DIW-Studie, Vermögensteuer

DIW-Studie: Vermögensteuer könnte 125 Milliarden Euro bringen

11.02.2026 - 00:18:12

Eine neue Vermögensteuer könnte dem Staat jährlich bis zu 125 Milliarden Euro einbringen, birgt aber laut DIW-Studie erhebliche Risiken wie Kapitalflucht und Investitionsbremsung.

Eine neue Vermögensteuer für Superreiche könnte dem deutschen Staat bis zu 125 Milliarden Euro jährlich einbringen. Das zeigt eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die der Debatte um mehr Umverteilung neuen Schub verleiht. Die Analyse warnt jedoch zugleich vor erheblichen wirtschaftlichen Risiken.

Die vom DIW im Auftrag der Linken erstellte Studie liefert erstmals seit Jahren konkrete Zahlen. Deutschland erhebt seit einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 1997 keine Vermögensteuer mehr. Das Gericht kritisierte damals die ungleiche Bewertung verschiedener Vermögensarten, erklärte eine reformierte Steuer aber nicht für grundsätzlich verfassungswidrig.

So könnte die neue Steuer aussehen

Im Zentrum der Berechnungen steht das Modell der Linken. Es sieht einen progressiven Steuersatz auf das persönliche Nettovermögen vor. Ein Freibetrag von einer Million Euro für Privatpersonen und fünf Millionen Euro für Betriebsvermögen soll kleine Vermögen schützen.

Der Steuersatz beginnt bei einem Prozent und steigt stufenweise an. Bei Vermögen über 50 Millionen Euro wären fünf Prozent fällig, bei Milliardären sogar zwölf Prozent. Theoretisch könnte dieses Modell bis zu 147,4 Milliarden Euro pro Jahr einspielen.

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Doch die DIW-Forscher rechnen mit deutlichen Ausweichreaktionen. Wenn Vermögende ihr Kapital ins Ausland verlagern oder Schlupflöcher nutzen, schrumpft die erwartete Summe auf rund 100 Milliarden Euro. Selbst bei einer Steuer erst ab zehn Millionen Euro Vermögen blieben noch 125 Milliarden Euro übrig. Würde man nur Milliardäre besteuern, wären es immerhin 33 Milliarden Euro jährlich.

Ökonomen warnen vor Kapitalflucht

Trotz der verlockenden Summen mahnt das DIW zur Vorsicht. „Die wirtschaftlichen Risiken sind beträchtlich“, warnt Studienautor Stefan Bach. Eine hohe Steuerlast könnte Investitionen bremsen, den Standort Deutschland unattraktiver machen und die Innovationskraft der Wirtschaft schwächen.

Besonders in der aktuellen Phase der wirtschaftlichen Stagnation seien diese Gefahren groß. Ein zentrales Problem ist die mögliche Kapitalflucht. Die DIW-Forscher empfehlen daher eine schrittweise Einführung und internationale Abstimmung. Nur so ließe sich verhindern, dass Vermögen einfach in steuergünstigere Länder abwandert.

Politisches Minenfeld und Verteilungswirkung

Die Studie trifft auf ein tief gespaltenes politisches Feld. Die Linke sieht in den Zahlen einen klaren Auftrag, extreme Vermögen zur Finanzierung von Infrastruktur, Bildung und Sozialem heranzuziehen. Nach DIW-Berechnungen wären nur die reichsten 1,9 Prozent der Bevölkerung betroffen. Milliardäre allein würden ein Drittel des Steueraufkommens tragen.

Doch die Widerstände sind massiv. Andere Parteien lehnen Steuererhöhungen traditionell ab. Kritiker warnen, die Steuer treffe nicht nur Superreiche, sondern auch inhabergeführte Mittelstandsbetriebe und Eigentümer teurer Immobilien. Eine Besteuerung von Betriebssubstanz statt Gewinnen könne Wachstum und Jobs gefährden.

Ein langer Weg bis zur Umsetzung

Die DIW-Studie liefert die bislang detaillierteste Grundlage für eine emotional geführte Debatte. Sie quantifiziert das enorme Finanzierungspotenzial, benennt aber auch die ökonomischen Fallstricke. Das Aufkommen würde an die Bundesländer fließen und über den Länderfinanzausgleich umverteilt werden.

Jegliche Gesetzesinitiative erfordert derzeit einen grundlegenden politischen Stimmungswandel. Die DIW-Empfehlung für einen graduellen und international koordinierten Ansatz macht deutlich: Selbst bei politischem Konsens wäre die Wiedereinführung einer Vermögensteuer ein langfristiges Projekt – keine schnelle Lösung für akute Haushaltsprobleme.

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