Dokumentenmanagement, Gesetze

Dokumentenmanagement 2026: Drei Gesetze zwingen zum Handeln

26.01.2026 - 02:43:12

Neue IT-Sicherheitsstandards und die finale E-Rechnungspflicht stellen Unternehmen vor massive Umstellungen. Besonders Personalabteilungen müssen Prozesse für digitale Dokumente und Datenschutz anpassen.

Neue IT-Sicherheitsstandards und Rechnungsvorgaben stellen deutsche Unternehmen vor massive Compliance-Herausforderungen. Besonders Personalabteilungen geraten unter Druck.

Das Jahr 2026 wird zum Schicksalsjahr für die digitale Aktenführung. Eine Dreifach-Belastung aus reformiertem IT-Grundschatz, verschärfter EU-Cybersicherheit und finaler E-Rechnungspflicht zwingt Firmen zum sofortigen Umdenken. Wer jetzt nicht handelt, riskiert Bußgelder und den Verlust des steuerlichen Vorbehalts.

BSI-Grundschutz wird dynamisch: Abschied von der Checkliste

Seit Januar gilt das modernisierte Regelwerk „Grundschutz++“. Der Clou: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ersetzt sein textbasiertes Kompendium durch ein maschinenlesbares, JSON-basiertes System. Das Ziel? Compliance-Prüfungen automatisieren und Sicherheit direkt in Dokumentenmanagementsysteme (DMS) integrieren.

Für Unternehmen bedeutet das einen Paradigmenwechsel. Statt einer statischen Checklisten-Abarbeitung verlangen die neuen Standards nun eine prozessorientierte, dynamische Sicherheitsarchitektur. IT-Sicherheit muss kontinuierlich überwacht und angepasst werden – sie wird zum integralen Bestandteil des täglichen Workflows.

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NIS-2: Cybersicherheit wird zur Chefsache in neuen Branchen

Parallel verschärft die nationale Umsetzung der EU-Richtlinie NIS-2 die Lage. Das novellierte BSI-Gesetz (BSIG) zieht deutlich mehr Sektoren in die Pflicht. Künftig müssen auch viele Unternehmen aus Gesundheit, Infrastruktur und Verwaltung umfassende Risikomanagementmaßnahmen nachweisen.

Ein kritischer Punkt: Die Pflichten erstrecken sich auf die gesamte Lieferkette. Firmen haften damit auch für die Sicherheit digitaler Dokumente, die von externen Dienstleistern verarbeitet werden. Für Personalabteilungen, die auf externe Lohnbüros oder Recruiter setzen, entsteht eine neue Dimension der Dokumentations- und Sorgfaltspflicht. Verträge zur Auftragsverarbeitung werden unverzichtbar.

E-Rechnung & GoBD: Wo ein Syntaxfehler teuer wird

Die Fristen für die verpflichtende E-Rechnung laufen. Aktuelle Präzisierungen des Bundesfinanzministeriums machen die Konsequenzen von Formfehlern deutlich: Schon ein kleiner Syntaxfehler in einer ZUGFeRD-Datei kann den rechtlichen Status der Rechnung und damit den Vorsteuerabzug gefährden.

Damit gewinnen die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern (GoBD) neue Brisanz. Ihre Kernprinzipien – Nachvollziehbarkeit, Unveränderbarkeit und Verfügbarkeit – sind die einzige Grundlage für eine rechtssichere Archivierung. Eine lückenlose Verfahrensdokumentation, die jeden digitalen Prozess beschreibt, ist nicht mehr optional, sondern essenziell.

Personalakte im Fokus: Wo Datenschutz auf Steuerrecht trifft

Alle neuen Anforderungen kulminieren im Umgang mit sensiblen Personaldaten. Die digitale Personalakte steht im Kreuzfeuer von GoBD und Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).

Verstöße, etwa durch unzureichende Zugriffskontrollen oder fehlende Löschkonzepte, können empfindliche Bußgelder nach sich ziehen. Ein robustes, konformes Dokumentenmanagementsystem wird damit zur doppelten Notwendigkeit: Es ist sowohl steuerrechtliches Muss als auch die wichtigste Verteidigungslinie für den Schutz von Mitarbeiterdaten.

Analyse: Vom Digitalisieren zum Nachweisen

Die aktuellen Gesetzesänderungen sind Teil der umfassenden Digitalisierungsstrategie der Bundesregierung. Der Fokus verschiebt sich jedoch deutlich: Es geht nicht mehr nur darum, Prozesse zu digitalisieren, sondern deren revisionssichere und resiliente Umsetzung jederzeit nachweisen zu können.

Für Unternehmen wird die Fähigkeit, sichere und nachvollziehbare Dokumentenprozesse zu belegen, zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Investitionen in moderne DMS-Lösungen und kontinuierliche Mitarbeiterschulung sind keine Kosten mehr, sondern eine strategische Überlebensfrage. Die Ära statischer Compliance-Konzepte ist endgültig vorbei.

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