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Dow Jones: Nahost treibt Ölpreis, drückt Kurse

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 11:38 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Geopolitische Spannungen und schwache Tech-Werte drücken die US-Börsen. Der Ölpreis steigt deutlich an.

Dow Jones unter Druck: Nahost-Krise treibt Ölpreis in die Höhe
Ölbohrturm vor Sonnenuntergang mit fallenden Börsenkursen, die den Einfluss von Nahost auf den Ölpreis und Aktienmarkt symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Dow Jones rutscht unter die Marke von 53.000 Punkten, und diesmal ist es nicht der übliche Zinspoker, der die Anleger umtreibt. Ein iranischer Angriff auf einen LNG-Tanker nahe der Straße von Hormus hat die Nervosität an den Märkten binnen Stunden verschärft. US-Luftangriffe auf iranische Militärziele taten ihr Übriges.

Am Dienstag verlor der Index mehr als 0,2 Prozent. Der S&P 500 gab knapp 0,5 Prozent nach, deutlich härter traf es den Nasdaq mit einem Minus von über 1,1 Prozent. Die Diskrepanz zeigt: Es ist vor allem der Technologiesektor, der die Verkaufswelle anführt.

Halbleiter unter Druck, Hyperscaler halten dagegen

Besonders die Chipbranche musste Federn lassen. Intel brach um fast 10 Prozent ein, AMD und SanDisk verloren jeweils rund 7 Prozent, Micron rutschte um etwa 5 Prozent ab. Hinter der Schwäche steckt eine wachsende Skepsis: Anleger stellen zunehmend infrage, ob die enormen Infrastrukturinvestitionen der KI-Hyperscaler in diesem Tempo tragbar bleiben.

Die großen Plattformkonzerne selbst zeigten sich davon unbeeindruckt. Microsoft, Meta, Amazon und Alphabet beendeten den Handelstag allesamt im Plus — ein Signal, dass die Sorge sich derzeit auf die Zulieferer konzentriert, nicht auf die Auftraggeber selbst.

Die Verunsicherung schwappte in der Nacht nach Asien über. Der südkoreanische KOSPI verlor mehr als 5 Prozent, belastet von der gleichen Mischung aus Chip-Schwäche und geopolitischem Risiko. Der japanische Nikkei gab rund 1 Prozent nach. Auffällig robust hielt sich dagegen Hongkong: Der Hang Seng legte um mehr als 2,5 Prozent zu und stemmte sich gegen den regionalen Trend.

Ölmarkt reagiert schärfer als Aktienmarkt

Während die Aktienindizes moderate Verluste zeigen, zieht der Ölpreis deutlich an. Nach Börsenschluss beschleunigte sich die Aufwärtsbewegung noch einmal, nachdem die USA die Genehmigung für den Verkauf iranischen Öls widerrufen und weitere militärische Schritte angekündigt hatten. Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Öl-Transitrouten der Welt — jede Eskalation dort wirkt sich unmittelbar auf die Energiepreise aus.

Für die US-Futures bedeutet das vor der anstehenden Veröffentlichung des FOMC-Protokolls zusätzlichen Gegenwind. Anleger suchen in dieser Gemengelage aus geopolitischer Unsicherheit und Zweifeln an der KI-Investitionsdynamik verstärkt Zuflucht in sicheren Häfen. Ob sich die Lage im Persischen Golf in den kommenden Tagen beruhigt oder weiter zuspitzt, dürfte damit vorerst die Richtung an den US-Börsen mitbestimmen.

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