Dröge warnt vor Auto-Deal mit Frankreich: 'Bremsklotz'
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 09:31 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Bundeskanzler Friedrich Merz schafft mit dem Verbrenner-Deal einen zusĂ€tzlichen Bremsklotz fĂŒr die deutschen Automobil-Standorte", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.
Dröge: Menschen wollen Elektroautos
Nach Angaben von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) vom Donnerstagabend ist eine Vereinbarung mit Frankreich auf der Zielgeraden. Im Gegenzug fĂŒr verbesserte Standortbedingungen brauche es klare Zusagen fĂŒr Investitionen in Standorte und fĂŒr BeschĂ€ftigte. Es solle "Schutzmechanismen im Umgang mit China" und Kaufanreize fĂŒr Elektroautos mit einem Fokus auf europĂ€ische Hersteller geben. Nach einem Bericht des "Handelsblatts" wollen Kanzler Merz (CDU) und Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron auĂerdem auch das EU-weite Verbot von Verbrennungsmotoren noch stĂ€rker lockern als bisher geplant.
Letzteres hĂ€lt Dröge fĂŒr verfehlt. "Die Menschen haben lĂ€ngst entschieden: Immer mehr Leute setzen auf ElektromobilitĂ€t", erklĂ€rte sie. "Wir mĂŒssen nun mit voller Kraft in das E-Auto investieren, in Zukunftstechnologien, wie Batterietechnik, verbraucherfreundliches Laden, E-Autos als Speicher fĂŒr unser Energiesystem oder autonomes Fahren." Der deutsche Standort könne weiter mitspielen, wenn Merz aber so weitermache, entstĂŒnden die guten Jobs fĂŒr Batteriezellen und Elektroautos anderswo.
Klimaziele in Gefahr?
"WĂ€hrend China Richtung Zukunft rast, schaffen Merz und Macron Chaos und Verunsicherung fĂŒr Markt und Verbraucher", beklagte Dröge. "Gerade einmal zehn Wochen nach dem heiĂesten Sommer und den gröĂten WaldbrĂ€nden in Europa opfern Merz und Macron die Klimaschutzziele im Verkehr."
Die EU-Kommission hatte im Dezember vorgeschlagen, auch nach 2035 in der EU Autos mit Verbrennungsmotor neu zuzulassen - eine Abkehr vom eigentlich ausgehandelten Verbrenner-Aus. DafĂŒr hatte sich Deutschland eingesetzt. Ein deutsch-französisches Papier sieht laut "Handelsblatt" jetzt unter anderem vor, dass die Hersteller ihre durchschnittlichen Emissionen ab 2035 nur noch um 90 Prozent reduzieren mĂŒssten, ohne die restlichen 10 Prozent kompensieren zu mĂŒssen. So könnten sie weiter neue Benzin- und Dieselfahrzeuge verkaufen, solange ihre Neuwagenflotte den vorgeschriebenen Grenzwert einhĂ€lt.
