Druck aus Moskau - Selenskyj hofft auf Frieden bis Herbst
Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 17:49 Uhr | dpa.deWann genau dies sein werde, lasse sich nicht vorhersagen, sagte er vor den versammelten Botschaftern der Ukraine in Kiew. Ukrainische Drohnenangriffe auf mittlere und lange Distanz, Sanktionen des Auslands und diplomatische Anstrengungen mĂŒssten zusammenwirken, "um Russland keine Alternative zu einem Frieden zu lassen", sagte er. "Wir werden hart daran arbeiten, damit das bis zum Herbst passiert."
Gleichzeitig richtete sich Selenskyj aber auf einen weiteren Kriegswinter ein. Den Diplomaten seines Landes erteilte er den Auftrag, die notwendige technische UnterstĂŒtzung und Waffen bei den auslĂ€ndischen Partnern zu organisieren. "Jeder Botschafter muss Waffen fĂŒr die Ukraine auftreiben." Als wichtiges internationales Projekt der Ukraine nannte er die gemeinsame Entwicklung des Raketenabwehrsystems Freyja mit europĂ€ischen Partnern.
Selenskyj warf dem russischen Staatschef Wladimir Putin vor, ein Kriegsende hinauszuzögern und eine weitere Mobilisierung vorzubereiten. Ein AbrĂŒcken des Kremls von seinen Kriegszielen ist auch nach fast viereinhalb Jahren GroĂinvasion nicht erkennbar. Hingegen gehen viele Beobachter davon aus, dass auf die Parlamentswahl in Russland Mitte September eine weitere Mobilisierungswelle folgen könnte.
40 Tage Geheimdienstaktionen gehen zu Ende
Ende Juni hatte der ukrainische PrĂ€sident eine 40-tĂ€gige Phase von Geheimdienstaktionen angekĂŒndigt, um Russland in Richtung Frieden zu bewegen. In diese Zeit fielen unter anderem die spektakulĂ€ren Angriffe auf Logistikzentren des russischen Online-HĂ€ndlers Wildberries. Die 40 Tage laufen am morgigen Dienstag ab.
