Leih-Scooter verursachen hÀufiger UnfÀlle
31.07.2025 - 06:35:03Laut Gesamtverband der Versicherer hĂ€ngt die Unfallgefahr vom Fahrverhalten ab. "Wer einen eigenen Scooter hat, ist in der Regel Vielfahrer, nutzt den Scooter oft fĂŒr den Arbeitsweg", sagte die Leiterin der Unfallforschung des Verbands, Kirstin Zeidler. Diese Personen sind demnach ĂŒber 30 Jahre alt, fahren auf dem Radweg oder auf der StraĂe und tragen hĂ€ufiger einen Helm.
"Nutzer von Leih-Scootern sind hingegen jĂŒnger, fahren meist in der Freizeit, oft ohne Helm, sind weniger geĂŒbt und fahren öfter auf dem Gehweg, obwohl das nicht erlaubt ist", sagte Zeidler. HĂ€ufige Ursachen fĂŒr UnfĂ€lle mit E-Scootern seien falsche Nutzung der Fahrbahnen oder Gehwege und Alkoholeinfluss. 2023 sind der Unfallforschung zufolge vier von fĂŒnf E-Scootern im Privatbesitz gewesen - die weite Mehrheit gehöre nicht zu den Leihflotten.
In den vergangenen Jahren stieg die Zahl der Elektroroller - entsprechend gab es auch mehr UnglĂŒcksfĂ€lle. 2023 registrierte die Polizei bundesweit insgesamt 9.425 E-Scooter-UnfĂ€lle, bei denen Menschen zu Schaden kamen. Das waren 14,1 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Wie viele es im vergangenen Jahr waren, will das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Vormittag mitteilen.
Was ist die Forderung der StÀdte und Gemeinden?
StÀdte und Gemeinden fordern indes mehr Möglichkeiten, den Umgang mit E-Scootern besser zu steuern - besonders bei den Leihrollern. "Steigenden Unfallzahlen mit E-Scootern und die anhaltenden Konflikte im öffentlichen Raum unterstreichen den Bedarf deutlich", teilte der StÀdte- und Gemeindebund mit.
Das Bundesverkehrsministerium plant laut einem vor einem Monat bekanntgewordenen Entwurf schĂ€rfere Regeln fĂŒrs Parken von E-Scootern auf Gehwegen. Demnach sollen FahrrĂ€der und E-Scooter zwar grundsĂ€tzlich auf dem BĂŒrgersteig und in FuĂgĂ€ngerzonen geparkt werden dĂŒrfen, sofern dadurch andere nicht gefĂ€hrdet oder behindert werden können. Roller von Plattformen dĂŒrften das jedoch nicht mehr ohne Weiteres.
Scooter-Fahren schon in der Schule lernen
Der StĂ€dte- und Gemeindebund sieht in dem Entwurf "einige Verbesserungen, etwa das geplante Ende des ungeordneten Abstellens auf Gehwegen bei Leihfahrzeugen", wie eine Sprecherin auf Anfrage mitteilte. Kritisch sei jedoch die vorgesehene Gleichstellung von E-Scootern mit FahrrĂ€dern, etwa bei der Nutzung von FuĂgĂ€ngerzonen. "Auch technische Lösungen wie eine automatische Geschwindigkeitsdrosselung in sensiblen Bereichen fehlen bislang. In anderen LĂ€ndern ist das lĂ€ngst Alltag."
Aus Sicht der Unfallforschung sollten Radwege ausgebaut werden, damit Scooter möglichst nicht auf Gehwege ausweichen. "Die Verkehrsausbildung an Schulen sollte den sicheren Umgang mit Scootern lehren und Gelerntes aus der RadfahrprĂŒfung der Grundschule auffrische", forderte Zeidler. Zudem brauche es mehr Polizei-Kontrollen.
Zudem schlug die Leiterin vor, dass Reaktionstests in der App zum Ausleihen von Scootern sensibel genug sein mĂŒssten, um NĂŒchternheit unter Beweis zu stellen. Sie sagte auĂerdem: "Manche StĂ€dte weisen in der NĂ€he von Partymeilen keine AbstellflĂ€chen aus."
Keine Miet-Roller in der französischen Hauptstadt
In Paris dĂŒrfen ĂŒbrigens seit 2023 keine Miet-Roller mehr angeboten werden. Zwar wurden die Roller von Touristen und auch Bewohnern der Metropole rege genutzt. Zum Streitthema wurden die Scooter aber, weil sie oft Gehwege blockierten und die Verkehrssicherheit in Gefahr geriet. Private E-Scooter sind jedoch vom Verbot nicht betroffen und dĂŒrfen weiterhin genutzt werden.

