easyJet Aktie: Castlelake unter Druck
25.06.2026 - 16:35:02 | boerse-global.de
Viermal angeboten, viermal abgelehnt — und der Kurs steigt trotzdem. Das ist die eigentümliche Logik, die rund um easyJet gerade zu beobachten ist.
Der britische Billigflieger wies auch das vierte unverbindliche Übernahmeangebot des US-Investors Castlelake zurück. Das jüngste Gebot lag bei 6,50 britischen Pfund je Aktie — 25 Pence mehr als beim dritten Versuch. Der easyJet-Vorstand befand auch diesen Preis für zu niedrig und sprach von einer substanziellen Unterbewertung des Unternehmens.
Mehr Zeit, aber kein grünes Licht
Trotz der Ablehnung öffnete easyJet eine kleine Tür: Castlelake erhält begrenzten Zugang zu Finanzinformationen, um sein Angebot möglicherweise zu verbessern. Konzernchef Kenton Jarvis und sein Team machen dabei klar, dass ein überzeugenderes Gebot folgen müsse — eines, das den wahren Wert des Unternehmens abbilde.
Die Uhr tickt. Gemäß britischem Übernahmekodex muss Castlelake bis zum 5. Juli entweder eine feste Übernahmeabsicht erklären oder sich zurückziehen. Die Übernahmeaufsicht gewährte dafür eine Fristverlängerung von neun Tagen.
Strukturell bleibt das Vorhaben kompliziert. Da Castlelake ein US-Unternehmen ist, darf es keine Mehrheitskontrolle über eine europäische Fluglinie übernehmen. Deshalb setzt der Investor auf EU-Bürger als Mitgesellschafter — darunter die Luftfahrtmanager Peter Bellew und Mark Breen sowie Brookfield Asset Management. Diese Konstruktion, bei der Castlelake und Co-Investoren 49 Prozent halten würden, ist aus easyJets Sicht ein weiteres Fragezeichen hinter der Umsetzbarkeit.
Was der Kursanstieg wirklich bedeutet
Das easyJet-Management betont, das Unternehmen befinde sich in einer Position der Stärke — mit einer soliden Nettokassenposition und dem mittelfristigen Ziel eines Vorsteuergewinns von mehr als einer Milliarde Pfund.
Das Marktbild ist dabei aufschlussreich: Die Aktie notiert weiterhin deutlich unterhalb des gebotenen Preises von 6,50 Pfund. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren — der Aufschlag signalisiert Übernahme-Fantasie, der Abstand zum Angebotspreis aber auch Skepsis, ob Castlelake am 5. Juli tatsächlich ein verbindliches Gebot vorlegen wird.
Bis zum Ablauf der Frist bleibt offen, ob Castlelake bereit ist, seinen Preis nochmals anzuheben — oder ob der gesamte Prozess ohne Ergebnis endet.
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