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Edag Engineering Aktie: Radikaler Konzernumbau eingeleitet

29.03.2026 - 12:00:32 | boerse-global.de

Der Entwicklungsdienstleister EDAG reagiert auf einen hohen Verlust und sinkende Umsätze mit einem umfassenden Sparprogramm, das 1.300 Stellen streicht. Ein kleinerer Geschäftsbereich außerhalb der Automobilindustrie wächst.

Edag Engineering Aktie: Radikaler Konzernumbau eingeleitet - Foto: über boerse-global.de
Edag Engineering Aktie: Radikaler Konzernumbau eingeleitet - Foto: über boerse-global.de

EDAG Engineering zieht die Reißleine. Nach einem tiefroten Geschäftsjahr 2025 mit einem Millionenverlust setzt CEO Harald Keller auf einen massiven Stellenabbau, um das Unternehmen finanziell zu stabilisieren. Während das Kerngeschäft mit der Automobilindustrie unter erheblichem Druck steht, liefert ein kleinerer Geschäftsbereich einen wichtigen strategischen Lichtblick.

Rote Zahlen erzwingen harte Maßnahmen

Die Bilanz für das Jahr 2025 verdeutlicht die prekäre Lage des Entwicklungsdienstleisters. Der Umsatz schrumpfte um 13 Prozent auf 714 Millionen Euro. Besonders belastend wirkte sich der Nettoverlust aus, der mit 43,7 Millionen Euro deutlich höher ausfiel als im Vorjahr. Die operative Marge rutschte mit minus 1,8 Prozent tief in den negativen Bereich.

Verantwortlich für diese Entwicklung ist die allgemeine Schwäche im Automobilsektor. Um die wirtschaftliche Stabilität langfristig zu sichern, hat die Geschäftsführung ein weitreichendes Sparprogramm eingeleitet. Dieses verursachte bereits im abgelaufenen Jahr Kosten in Höhe von 30 Millionen Euro, soll nach Abschluss der Maßnahmen jedoch jährliche Einsparungen von 90 Millionen Euro garantieren.

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Massiver Stellenabbau bis 2026

Kernstück der Sanierung ist ein drastischer Einschnitt in die Personalstruktur. Bis Ende 2026 plant EDAG, konzernweit 1.300 Stellen zu streichen. In Deutschland betrifft dies mehr als jeden fünften Mitarbeiter. Allein am Standort Fulda fallen 150 Arbeitsplätze weg. Nachdem bereits im vergangenen Jahr 800 Stellen abgebaut wurden, sollen im laufenden Jahr weitere 500 Streichungen folgen.

Trotz der Krise im Automobilbereich zeigt die Diversifizierungsstrategie erste Erfolge. Das Geschäft außerhalb der Fahrzeugindustrie wuchs um 21 Prozent auf 100 Millionen Euro. Dieser Bereich soll künftig als Puffer gegen die Volatilität des klassischen Marktes dienen.

Rückkehr zur Profitabilität geplant

Anleger reagierten zuletzt skeptisch auf die Sanierungspläne. Die Aktie verlor seit Jahresbeginn über 24 Prozent an Wert und notierte am Freitag bei 3,81 Euro. Damit bewegt sich das Papier nur knapp über seinem 52-Wochen-Tief von 3,73 Euro.

Für das Geschäftsjahr 2026 peilt das Management die operative Wende an. Angestrebt wird eine Marge von bis zu 3 Prozent bei einer weitgehend stabilen Umsatzentwicklung. Die Erreichung dieser Ziele hängt maßgeblich davon ab, ob die geplanten Einsparungen die anhaltende Schwäche im Kerngeschäft kompensieren können.

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