Haftstrafe fĂŒr Tanker-KapitĂ€n von russischer Schattenflotte
30.03.2026 - 17:15:03 | dpa.deAuĂerdem verurteilte das Gericht im westfranzösischen Nantes den chinesischen KapitĂ€n zu einer Geldstrafe von 150.000 Euro, wie die Zeitung "Ouest France" berichtete. Dem KapitĂ€n war vorgeworfen worden, französische Anweisungen nicht befolgt zu haben, als französische SeestreitkrĂ€fte den Tanker Ende September vor der bretonischen KĂŒste aufbrachten.
Der KapitÀn erschien nicht selbst vor Gericht, sondern lieà sich von einem Anwalt vertreten. Der erklÀrte, das französische Gericht sei nicht zustÀndig, da die Marine den Tanker in internationalen GewÀssern aufgebracht habe. Dieser Auffassung folgte das Gericht aber nicht.
Der Tanker wird laut Staatsanwaltschaft der russischen Schattenflotte zugerechnet. Damit sind Tanker und Frachtschiffe gemeint, die Russland zum Vermeiden von Sanktionen etwa beim Ăltransport einsetzt. Im Januar und Ende MĂ€rz brachte Frankreich erneut Ălfrachter auf, die verdĂ€chtigt wurden, zur Schattenflotte zu gehören.
MutmaĂliche Verwicklung in Drohnen-StörfĂ€lle
Nicht Gegenstand des Gerichtsverfahrens waren MutmaĂungen, wonach die "Boracay" zuvor beim Passieren der dĂ€nischen KĂŒste in Drohnen-StörfĂ€lle verwickelt gewesen sein könnte. Diese fĂŒhrten vor allem in der Hauptstadt Kopenhagen zu erheblichen EinschrĂ€nkungen des Flugverkehrs. Die EU warnt schon lĂ€nger davor, dass Schiffe der Schattenflotte als Plattform fĂŒr den Start von Drohnen fĂŒr Stör- oder Spionageangriffe genutzt werden können.
Recherchen des US-Senders CNN hatten ergeben, dass sich an Bord der "Boracay" zwei Russen befanden, die fĂŒr eine private russische Sicherheitsfirma mit Verbindungen zur Armee und zum Geheimdienst gearbeitet haben sollen. Entsprechende russische SicherheitskrĂ€fte kĂ€men auf etlichen Tankern der Schattenflotte zum Einsatz. Sie ĂŒberwachten die Mannschaft der Schiffe und machten Fotos von europĂ€ischen militĂ€rischen Einrichtungen, berichtete CNN unter Verweis auf westliche Geheimdienstinformationen.
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