Angeschlagene Kliniken bremsen deutsche Medizintechnik-Branche
23.05.2024 - 06:18:40Der Umsatz habe um 5,1 Prozent auf 40,4 Milliarden Euro angezogen, teilte der Industrieverband Spectaris am Donnerstag in Berlin mit. Die Nachfrage aus anderen EU-LĂ€ndern habe um zehn Prozent zugelegt, mehr als zwei Drittel des Branchenumsatzes wĂŒrden inzwischen im Ausland erwirtschaftet. Das InlandsgeschĂ€ft leide dagegen unter der finanziellen Schieflage vieler deutscher Kliniken.
"Das internationale GeschĂ€ft wird auch in den kommenden Jahren eine tragende Rolle spielen", sagte Verbandsvorstand Martin Leonhard. Bis 2027 rechne die Beratungsgesellschaft Frost & Sullivan mit einem jĂ€hrlichen Wachstum des Weltmarktes fĂŒr Medizintechnik von fĂŒnf Prozent.
Das InlandsgeschĂ€ft dagegen sei im vergangenen Jahr nominal um nur drei Prozent gewachsen. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) rechne 2024 mit einem Rekord bei Insolvenzen. Bei den Pflegeeinrichtungen sehe es gleich aus. "Die Rahmenbedingungen werden aber nicht besser, sondern immer kritischer. Der BĂŒrokratieaufwand hat durch die neue europĂ€ische Medizinprodukteverordnung ein besorgniserregendes AusmaĂ angenommen, verursacht hohe Kosten und bindet dringend benötigte PersonalkapazitĂ€ten", sagte Leonhard. Sorgen bereite der Branche auch die geplante BeschrĂ€nkung von Hochleistungswerkstoffen auf Basis von Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS), wodurch viele Medizinprodukte vom Markt verschwinden könnten.
Die Medizintechnik-Branche beschÀftigt in Deutschland laut Spectaris rund 265 000 Menschen. 93 Prozent der Betriebe seien kleine oder mittelstÀndische Unternehmen mit höchsten 250 BeschÀftigten.

