Thema des Tages, Aktienfokus

AKTIE IM FOKUS 2: Orsted sacken ab nach US-Projektstopp - Branche leidet mit

25.08.2025 - 12:20:15

Ein vorlĂ€ufiger, behördlich erlassener Baustopp fĂŒr ein US-Windkraftprojekt hat dem Aktienkurs von Orsted DK0060094928 ein Rekordtief eingebrockt.

Am Montag stĂŒrzten die Titel des Windparkbetreibers bis auf 173,40 dĂ€nische Kronen ab. Gegen Mittag stand noch ein Minus von gut 16 Prozent auf 179,30 Kronen zu Buche. Der Kursverlust seit Jahresbeginn summiert sich damit auf knapp 45 Prozent. Vor 14 Tagen hatte schon die angekĂŒndigte Kapitalerhöhung um 60 Milliarden Kronen dem Aktienkurs schwer zugesetzt.

Im Sog der aktuellen Nachrichten bĂŒĂŸten die Anteile des dĂ€nischen Windturbinenherstellers Vestas DK0061539921 4 Prozent auf 132,30 Kronen ein. Vestas liefert die Anlagen fĂŒr das Projekt. Beim deutschen Energietechnikkonzern Siemens Energy DE000ENER6Y0 und dem Versorger RWE DE0007037129, die beide auch im Windenergiebereich tĂ€tig sind, mussten die Anteilseigner KursrĂŒckgĂ€nge von 1,5 beziehungsweise 1,8 Prozent verkraften, was hintere Dax DE0008469008-PlĂ€tze bedeutete. Bei RWE belastete zusĂ€tzlich eine gestrichene Kaufempfehlung von Kepler Cheuvreux.

Die Papiere des Windkraftanlagen-Herstellers Nordex DE000A0D6554 verbilligten sich am MDax DE0008467416-Ende um 1,5 Prozent, wÀhrend Orsted-Branchenkollege Energiekontor DE0005313506 aus dem SDax DE0009653386 ein Kursminus von 2,6 Prozent verzeichnete. Der europÀische Versorgerindex EU0009658962 schwÀchelte ebenfalls.

Wie am Wochenende bekannt wurde, hat die US-Regierung von PrĂ€sident Donald Trump einen Baustopp fĂŒr das bereits weit fortgeschrittene Orsted-Windkraftprojekt "Revolution Wind" vor der KĂŒste des Bundesstaats Rhode Island verfĂŒgt. Zur BegrĂŒndung verwies die zustĂ€ndige Behörde auf neu aufgetretene "Bedenken".

Orsted bekrĂ€ftigte, das zusammen mit einer Infrastruktur-Tochter des US-Finanzriesen Blackrock US09247X1019 betriebene Projekt habe von allen beteiligten Stellen eine vollstĂ€ndige Zulassung. Man prĂŒfe derzeit alle Optionen und sei im Dialog mit den zustĂ€ndigen Behörden, um den Bau wieder so rasch wie möglich aufnehmen zu können.

Im gĂŒnstigsten Fall wĂŒrde der Baustopp innerhalb eines Monats wieder aufgehoben, schrieb Analyst Ahmed Farman vom Investmenthaus Jefferies. In diesem Fall könnten die DĂ€nen die Zeitvorgaben fĂŒr die Fertigstellung des Projekts halbwegs einhalten, und es wĂŒrden nur geringe Wertberichtigungen drohen. Bei einer lĂ€ngeren Verzögerung könnten letztere umfangreich ausfallen. Eine komplette Aufgabe des Projekts sei indes unwahrscheinlich, weil dieses zu rund 80 Prozent fertiggestellt sei, so der Experte weiter. FĂŒr die anstehende Kapitalerhöhung sei diese Nachrichtenlage allerdings misslich. Orsted ließ am Morgen allerdings wissen, an der Bezugsrechteemission festzuhalten.

JPMorgan-Analyst Javier Garrido nannte den vorlĂ€ufigen Baustopp eine unerfreuliche Entwicklung. Er rechnet fĂŒr eine einmonatige Verzögerung mit zusĂ€tzlichen Kosten von rund 600 Millionen Kronen. Die Investoren dĂŒrften zudem das Risiko eines Ă€hnlichen Baustopps fĂŒr Orsteds Projekt Sunrise Wind einpreisen. Er habe bereits vergangene Woche vor den ungeachtet Umsetzungsrisiken im Businessplan des Unternehmens gewarnt, die ungeachtet der Kapitalerhöhung existierten, betonte Garrido.

Er verwies indes auch auf die Kritik aus den betroffenen US-Bundesstaaten Rhode Island und Connecticut am aktuellen Baustopp. So habe der Gouverneur von Rhode Island, Dan McKee, erklĂ€rt, er und sein Amtskollege Ned Lamont wĂŒrden "alle Möglichkeiten ausschöpfen, um die Entscheidung zur Einstellung der Arbeiten an Revolution Wind rĂŒckgĂ€ngig zu machen", das "nur noch wenige Schritte davon entfernt war, mehr als 350.000 Haushalte mit Strom zu versorgen".

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