Deka-S-Finanzklima, Iran-Krieg

Deka-S-Finanzklima: Iran-Krieg belastet Wirtschaft stark

01.07.2026 - 13:05:03 | dpa.de

Eine Erholung der schwachen deutschen Wirtschaft hÀngt nach EinschÀtzung von Sparkassen-VorstÀnden vor allem von dem Friedensprozess im Nahen Osten ab.

Zudem gebe es die Hoffnung, dass es endlich zu einem Impuls durch die vor mehr als einem Jahr angekĂŒndigten Infrastruktur-Investitionsprogramme in Deutschland kommt. Im zweiten Quartal war davon noch nichts zu spĂŒren. Zudem belastete der Iran-Krieg die Wirtschaft stark. Der vierteljĂ€hrlich von der Deka erhobene S-Finanzklima-Index fiel auf den tiefsten Stand seit Anfang 2023.

"Der Krieg im Persischen Golf lastete in der ersten JahreshÀlfte schwer auf der deutschen Konjunktur. Nun steigt die Hoffnung, dass mit mehr geoökonomischer StabilitÀt auch die deutsche Wirtschaft wieder an Fahrt aufnimmt", sagte Reinhold Rickes, Chef-Volkswirt des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), anlÀsslich der Veröffentlichung des S-Finanzklimas. Aber trotz der Verhandlungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten bleibe die Unsicherheit mit Blick auf die Lage im Nahen Osten weiter erhöht.

Dazu verunsichere die erratische Zollpolitik von US-PrĂ€sident Donald Trump weiter. "Solche Zeiten der Unsicherheit sind fĂŒr Investitionen Gift", hieß es in der Deka-Studie zum Finanzklima. "Ein Unternehmen investiert nur dann in neue Maschinen, wenn absehbar ist, dass mit diesen die Investitionskosten wieder erwirtschaftet werden können. Doch diese Absehbarkeit ist gegenwĂ€rtig oftmals nicht gegeben." Die Kreditnachfrage sei daher spĂŒrbar zurĂŒckgegangen.

Zudem lĂ€sst der erhoffte Impuls durch das im FrĂŒhjahr 2025 beschlossene Infrastrukturprogramm ĂŒber 500 Milliarden Euro weiter auf sich warten. "Die kommunalen Haushalte sind nach vielen Jahren der Zuweisung von immer neuen Aufgaben und Ausgabengesetzen des Bundes total erschöpft", sagte Rickes. "Eine Reform der Finanzbeziehungen zwischen Bund, LĂ€ndern und Kommunen ist auch die Voraussetzung dafĂŒr, dass die geplanten Infrastrukturinvestitionen in der FlĂ€che ankommen."

Der Deka-S-Finanzklima-Index, der seit Herbst 2020 berechnet und seit Anfang 2022 veröffentlicht wird, ist im zweiten Quartal im Vergleich zum Jahresauftakt um 21,5 Punkte auf 78,1 ZĂ€hler gefallen. Dies ist der stĂ€rkste RĂŒckgang seit vier Jahren. Zudem liegt der Wert deutlich unter der neutralen Marke von 100 ZĂ€hlern und damit im pessimistischen Bereich.

Vor einem Jahr war der Index wegen der Hoffnung auf eine Konjunkturbelebung durch staatliche Investitionen noch auf seinen bisher höchsten Stand von 108 Punkten gestiegen. Seitdem ist er fast in jedem Quartal gesunken. Das Deka-S-Finanzklima wird regelmĂ€ĂŸig von der Wirtschaftszeitung "Handelsblatt" und der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX veröffentlicht.

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