Finnland, Urteil

Finnland: Kein Urteil zu Sabotage-Verdacht in der Ostsee

03.10.2025 - 11:11:36

Eine finnisches Gericht hat entschieden, dass Finnland nicht befugt ist, in einem aufsehenerregenden Fall von Sabotageverdacht in der Ostsee ein Urteil zu sprechen.

Das Amtsgericht von Helsinki kam zu dem Schluss, dass der Fall des verdĂ€chtigen Schiffes "Eagle S" als ein Vorfall im Rahmen des UN-SeerechtsĂŒbereinkommens eingestuft werden sollte. Demnach liegt die ZustĂ€ndigkeit fĂŒr eine strafrechtliche Verfolgung bei den Gerichten des Flaggenstaates des Öltankers oder den Heimatstaaten der Angeklagten.

Die Entscheidung bedeutet, dass die angeklagten Crew-Mitglieder der "Eagle S" vorlÀufig nicht verurteilt werden können und die Anschuldigungen gegen sie fallen gelassen werden. Gegen das Urteil kann noch Berufung eingelegt werden.

SchÀden an mehreren Kabeln in der Ostsee

Am ersten Weihnachtsfeiertag 2024 wurden SchĂ€den an dem zwischen Finnland und Estland verlaufenden unterseeischen Stromkabel Estlink 2 und mehreren Kommunikationskabeln festgestellt. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Crew der "Eagle S" die SchĂ€den in internationalen GewĂ€ssern vorsĂ€tzlich verursachte, indem sie den Anker am Meeresgrund hinter dem Tanker herzog. Die Angeklagten wiesen den Vorwurf des Vorsatzes zurĂŒck.

Im Zuge der Ermittlungen entdeckten Experten eine kilometerlange Schleifspur sowie den Anker des Schiffes am Meeresboden. Die finnische Staatsanwaltschaft hatte im August Anklage wegen schwerer SachbeschÀdigung und schwerer Störung von Kommunikationsanlagen gegen den georgischen KapitÀn sowie einen georgischen und einen indischen Offizier erhoben.

Die "Eagle S", die unter der Flagge der Cookinseln fÀhrt, gehört nach EinschÀtzung der EU zur russischen Schattenflotte. Gemeint sind damit Tanker und andere Frachtschiffe, die Russland benutzt, um Sanktionen zu umgehen, die dem Land infolge seines Angriffskriegs gegen die Ukraine auferlegt wurden.

@ dpa.de