Umfrage: Mehrheit fĂ€nde 'Made in Europe'-Vorgaben fĂŒr Firmen gut
22.02.2026 - 08:53:01 | dpa.deIn einer reprÀsentativen Erhebung im Auftrag der IG Metall stimmten 70 Prozent der Befragten der Aussage zu: "Unternehmen, die Produkte auf dem europÀischen Markt verkaufen, sollten gesetzlich verpflichtet werden, einen Teil ihrer Produktion auch in der EU anzusiedeln."
Entsprechende Vorgaben könnten in einem Entwurf zum sogenannten Industrie-Beschleunigungsgesetz enthalten sein, den die EU-Kommission in den nĂ€chsten Tagen vorstellen will. Zuletzt waren Meinungsverschiedenheiten zur SchĂ€rfe der Regeln deutlich geworden. So bewertete Bundeskanzler Friedrich Merz weitreichende VorschlĂ€ge Frankreichs fĂŒr ein verpflichtendes "Made in Europe"-Prinzip kritisch, mit dem europĂ€ische Anbieter bei öffentlichen Investitionen bevorzugt wĂŒrden. Derartige Vorgaben sollten nur fĂŒr kritische, strategisch wichtige Sektoren und auch nur als letztes Mittel eingesetzt werden, forderte der CDU-Vorsitzende.
Subventionen nur bei Produktion in Europa
In der Umfrage sprachen sich neun von zehn Teilnehmenden dafĂŒr aus, dass Unternehmen nur dann staatlich unterstĂŒtzt werden sollten, wenn sie im Gegenzug auch Produktion und ArbeitsplĂ€tze in Europa sicherstellen. Bei öffentlichen AuftrĂ€gen sollten aus Sicht von 83 Prozent der Befragten nur Firmen zum Zuge kommen, die sichere ArbeitsplĂ€tze in Europa garantieren.
"Wenn die Politik Steuergelder in die Hand nimmt, muss das den Industriestandort Europa stĂ€rken und ArbeitsplĂ€tze hier bei uns sichern", verlangte der Zweite Vorsitzende der IG Metall, JĂŒrgen Kerner. Lokale Produktion sei die logische Antwort auf eine Welt, in der Zölle, Subventionen und unfaire Handelspraktiken die globale Wirtschaft bestimmen und tĂ€glich ArbeitsplĂ€tze in Europa vernichteten. Die Gewerkschaft erwarte, dass die Bundesregierung den "Made in Europe"-VorstoĂ des EU-Industriekommissars StĂ©phane SĂ©journĂ© entschieden unterstĂŒtze.
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