AKTIEN IM FOKUS: Starkes Cloud-GeschÀft von Oracle treibt auch SAP an
12.03.2024 - 11:44:35"Oracle profitiert vom KI-Nachfrageboom", sagte ein HĂ€ndler. Das helfe auch SAP, da auch dieser Softwarehersteller KĂŒnstliche Intelligenz (KI) als Treibstoff in petto habe.
Die Papiere des Walldorfer Softwareunternehmens machten mit einem Plus von 0,9 Prozent auf 175,10 Euro den GroĂteil ihrer Vortagesverluste wieder wett und sind damit zurĂŒck auf der Spur in Richtung Rekordhoch. Das hatten sie am vergangenen Donnerstag bei 178,48 Euro erreicht.
Oracle legten vorbörslich in den USA um knapp 14 Prozent auf 129,77 US-Dollar zu, was eine neue Bestmarke bedeuten wĂŒrde. Das letzte Rekordhoch bei 127,54 Dollar liegt rund neun Monate zurĂŒck.
"Es zeigt sich immer mehr, dass der KI-Boom nicht nur auf die Halbleiterbranche beschrĂ€nkt ist, sondern zunehmend auch andere Technologiebereiche antreibt", kommentierte Marktexperte Andreas Lipkow. So spielten Rechenzentren und der Cloud-Bereich ebenfalls eine wesentliche Rolle bei der Ausbreitung der KI-Technologien. "Bei Oracle zeigt sich dies in den Zahlen zu den Datenbankanwendungen und Dienstleistungen fĂŒr Cloud-Infrastruktur." Zwar sei das nur beschrĂ€nkt auf SAP ĂŒbertragbar. Allerdings habe auch der deutsche Softwarekonzern jĂŒngst angekĂŒndigt, sich stĂ€rker im KI-Sektor positionieren zu wollen.
Konkret zum Zahlenwerk von Oracle schrieb Analyst Chandramouli Sriraman von der Investmentbank Stifel: Der US-Konzern habe die Erwartungen sowohl im Bereich Cloud Services und Lizenz-Support als auch im Bereich Cloud-Lizenzen und bei vor Ort installierter Software (On-Premise-Software) ĂŒbertroffen. "Die Nachfrage nach Cloud-Lösungen war solide, wenn auch mit einer leichten Verlangsamung im Vergleich zu den vorangegangenen Quartalen."
Besonders positiv hob Sriraman die Dynamik des Oracle-GeschĂ€fts mit Blick auf die Auftragslage hervor. Diese und der optimistische Kommentar des Managements sowie die bestĂ€tigten Konzernziele fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2025/26 hĂ€tten nachbörslich die Aktie prozentual zweistellig hochschnellen lassen.
Zu SAP schrieb der Stifel-Analyst in diesem Zusammenhang: "SAP bleibt eine unserer Top-Empfehlungen in Europa". Seinen Optimismus stĂŒtzt er auf die sich bei den Walldorfern ebenfalls fortsetzende Cloud-Dynamik. Sie dĂŒrfte ihm zufolge bis ins GeschĂ€ftsjahr 2025 anhalten und werde angetrieben von dem sehr starken Wachstum des gesamten Auftragsbestands im Cloud-Bereich Ende 2023 sowie vom beschleunigten Wachstum des aktuellen Cloud-Auftragsbestands im vierten Quartal 2023.
Von den Wachstumsaussichten bei SAP ist auch JPMorgan-Analyst Toby Ogg ĂŒberzeugt, er hĂ€lt sie aktuell fĂŒr unterschĂ€tzt. "Wir glauben, dass 10 Prozent und mehr erreichbar sind, mit der Möglichkeit, bis 2026/27 12 bis 13 Prozent zu erreichen", schrieb er in einer an diesem Dienstag veröffentlichten Studie. Der GeschĂ€ftsmix verlagere sich hin zu schneller wachsenden Cloud-UmsĂ€tzen.

