Ergebnisse, Produktion/Absatz

Wacker Chemie bestÀtigt Jahresziele - Aber Zoll-Unsicherheiten

30.04.2025 - 09:53:21

Eine weiterhin schwache Entwicklung im GeschÀft mit Solarsilizium und eine trÀge Bauwirtschaft machen Wacker Chemie DE000WCH8881 unverÀndert zu schaffen.

Letzteres belastet etwa die Polymer-Sparte des Unternehmens, die Basis- und Zusatzmaterialien fĂŒr Klebstoffe, BodenbelĂ€ge, Farben und Beton herstellt. Eine starke Nachfrage nach Polysilizium fĂŒr Computerchips sowie etwa der Medizinbranche und von LED-Herstellern nach Spezial-Silikonen konnte das nicht auffangen. Die Jahresziele bestĂ€tigte das Unternehmen zwar, verwies aber auch auf die UnwĂ€gbarkeiten durch die US-Handelskonflikte. Am Aktienmarkt geriet Wacker Chemie unter Druck.

"Die schwache Konjunktur prÀgt weiterhin das Bestellverhalten vieler Kunden", sagte der Vorstandsvorsitzende Christian Hartel laut Mitteilung. "Dazu kommt in den letzten Wochen erhebliche Verunsicherung an den MÀrkten aufgrund der aktuellen US-Handelspolitik."

Da die Auswirkungen solcher Konflikte auf die Weltwirtschaft wie auch auf das GeschĂ€ft von Wacker Chemie laut dem Unternehmen aktuell nicht zuverlĂ€ssig abschĂ€tzbar seien, Ă€ndert der Konzern den Jahresausblick nicht. Damit rechnet die UnternehmensfĂŒhrung fĂŒr 2025 weiterhin mit einem Konzernumsatz von 6,1 bis 6,4 Milliarden Euro sowie mit einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 700 bis 900 Millionen Euro.

Analyst Konstantin Wiechert von der Baader Bank sieht denn auch Risiken fĂŒr die Jahresziele. Da stĂ€ndige Hin und Her der US-Handelspolitik und damit auch hinsichtlich der Wirtschafts- und Inflationsperspektiven dĂŒrfte auch weiterhin zu einem vorsichtigen Bestellverhalten der Kunden fĂŒhren, so der Experte. Daher könnten im zweiten Quartal die GeschĂ€ftsverbesserungen ausfallen, die eventuell fĂŒr ein Erreichen der Jahresziele des Unternehmens notwendig wĂ€ren.

Mit Blick auf das erste Quartal hielt der MDaxDE0008467416-Konzern den Umsatz mit 1,48 Milliarden Euro knapp auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums, wÀhrend der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um mehr als ein Viertel auf gut 127 Millionen Euro sank. Das operative Ergebnis liegt damit unter der mittleren AnalystenschÀtzung. Unter dem Strich fiel ein Verlust von 3,4 Millionen Euro an - nach einem Gewinn von 48,4 Millionen vor einem Jahr.

FĂŒr die Aktien von Wacker Chemie ging es am Vormittag um 2,2 Prozent auf 69 Euro nach unten, was einen der hinteren PlĂ€tze im Index der mittelgroßen Werte bedeutete. Der jĂŒngste Erholungsversuch droht damit zu scheitern. So war der Kurs Anfang April im Sog der allgemeinen zollbedingten Marktturbulenzen bis auf 56,40 Euro abgesackt, was ein weiteres Tief seit dem Jahr 2020 war.

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