Verbesserungsbedarf bei E-Patientenakten
31.10.2025 - 05:44:18 | dpa.deDie ePA komme immer mehr im Versorgungsalltag der Praxen an, sagte Sibylle Steiner, Vorstandsmitglied der KassenĂ€rztlichen Bundesvereinigung (KBV), der Deutschen Presse-Agentur. "Allerdings gestaltet sich der Weg dahin weiterhin holprig und ist alles andere als ein SelbstlĂ€ufer." Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) werben fĂŒr einfachere Möglichkeiten, sich erstmals in die eigene E-Akte einzuloggen.
"Die Achillesferse ist und bleibt die Telematikinfrastruktur", erlĂ€uterte KBV-VorstĂ€ndin Steiner mit Blick auf die Anbindung an die geschĂŒtzte Datenautobahn des Gesundheitswesens. "LĂ€uft sie instabil - und das passiert immer noch zu hĂ€ufig - sind die Folgen fĂŒr die Praxis gravierend, wenn man nicht auf die ePA zugreifen, Dokumente nicht hochladen oder einsehen kann."
Freiwillig fĂŒr Patienten - Pflicht fĂŒr Praxen
Seit 1. Oktober sind Gesundheitseinrichtungen verpflichtet, wichtige Daten wie Befunde oder Laborwerte in die E-Akten einzustellen. Sie können Patienten ein Leben lang begleiten und sollen zu besseren Behandlungen beitragen. Rund 70 Millionen der gut 74 Millionen gesetzlich Versicherten haben eine ePA von ihrer Kasse angelegt bekommen, was man fĂŒr sich auch ablehnen kann. Die Nutzung in Praxen wurde seit dem FrĂŒhjahr zunĂ€chst auf freiwilliger Basis ausgedehnt.
Steiner sagte, niedergelassene Ărztinnen und Ărzte versprĂ€chen sich einen groĂen Mehrwert der ePA vom Austausch mit KrankenhĂ€usern. "Derzeit sagen uns die Praxen allerdings, sie mĂŒssten noch FaxgerĂ€te vorhalten, um mit den Kliniken und der Pflege zu kommunizieren." Selbst bis Jahresende wĂŒrden viel zu wenige KrankenhĂ€user ePA-fĂ€hig sein. "Das muss schnell besser werden."
Einfacheres Einloggen fĂŒr Versicherte?
Die Kassen sehen es als wichtigen Schritt zur weiteren Digitalisierung, dass die E-Akten nun verpflichtend befĂŒllt werden mĂŒssen. "In der Anfangsphase sind - wie bei allen groĂen IT-Projekten ĂŒblich - Weiterentwicklungen im produktiven Einsatz notwendig", sagte das Vorstandsmitglied des GKV-Spitzenverbands, Martin Krasney, der dpa. Neben einer stabilen Datenautobahn brauche es ein sicheres, aber fĂŒr die Versicherten auch praktikables Identifikationsverfahren.
"Wir dĂŒrfen die Versicherten nicht gleich beim "Log-In" verlieren", warnte Krasney. "Das geht in anderen ebenfalls sensiblen Bereichen ja auch." Hintergrund ist, dass Millionen Versicherte ihre E-Akte noch nicht aktiv nutzen, um eigene Daten anzusehen oder sensible Inhalte zu sperren. Dabei gilt: Man kann sich einloggen, braucht es aber nicht. FĂŒrs erste Verwenden der App muss man sich einmal identifizieren und freischalten lassen: mit einem elektronischen Personalausweis mit Geheimnummer (Pin) oder per E-Gesundheitskarte mit Pin.
Im Blick steht vor allem eine Identifizierung per Video, die vielen auch aus dem Online-Banking bekannt ist. Dabei zeigt man in einem persönlichen Video-Chat einen Ausweis in die Kamera, wobei Sicherheitsmerkmale ĂŒberprĂŒft werden.
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