Eli Lilly Aktie: Analysten uneins bei Kurszielen
Veröffentlicht: 18.07.2026 um 11:55 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Eli Lillys Vorstoß in die Psychiatrie ist besiegelt, jetzt macht sich die Wall Street ein eigenes Bild vom Wert des Deals. Die Kursziele der Analysten liegen deutlich auseinander – ein Hinweis darauf, wie unterschiedlich die Chancen des neuen Psychedelika-Programms eingeschätzt werden.
Die Eckdaten des AtaiBeckley-Deals
Lilly zahlt den Aktionären von AtaiBeckley 6,75 Dollar je Aktie in bar, hinzu kommt eine Contingent Value Right von bis zu 2,50 Dollar. Der Abschluss der Transaktion wird für das dritte Quartal 2026 erwartet.
Insgesamt fließen upfront rund 2,8 Milliarden Dollar, die CVR birgt ein Potenzial von weiteren rund 1 Milliarde Dollar. Im Zentrum steht das Leitprogramm BPL-003, ein Wirkstoff gegen therapieresistente Depression, der in einer Phase-2b-Studie schnelle und anhaltende Besserungen zeigte – und künftig gegen Johnson & Johnsons Spravato antreten soll, das derzeit auf einen Umsatz-Run-Rate von 2,5 Milliarden Dollar kommt.
Gespaltenes Analystenbild
UBS bestätigte nach der Deal-Ankündigung ihr Kaufvotum und beließ das Kursziel bei 1.425 Dollar. Bernstein hatte sein Ziel zuvor bereits auf 1.385 Dollar angehoben, Guggenheim kalkuliert mit 1.273 Dollar.
Die Spanne zeigt, wie unterschiedlich die Substanz des neuen Neurowissenschafts-Standbeins bewertet wird. Die Aktie selbst notierte zuletzt bei 1.178 Dollar, ein Plus von 55 Prozent im Jahresvergleich. Bei einer Marktkapitalisierung von 1,05 Billionen Dollar mahnen manche Bewertungsmodelle bereits eine Überbewertung an.
Strategischer Hintergrund
Der Zukauf folgt Aussagen von Konzernchef Dave Ricks, der Neuropsychiatrie kürzlich als jenen Bereich bezeichnet hatte, der am ehesten mit dem etablierten Cardiometabolic-Geschäft mithalten könne – wegen großer, bislang unterversorgter Zielmärkte. Branchenbeobachter ordnen den Schritt neben ähnliche Vorstöße von Wettbewerbern ein, etwa AbbVies kürzlich abgeschlossenem Psychedelika-Deal mit Gilgamesh.
Parallel zur Übernahme sorgt ein Gerichtsverfahren für Gesprächsstoff: Ein Bundesberufungsgericht hat eine Klage von Teva Pharmaceuticals gegen Lilly wiederbelebt, die einen Verstoß gegen eine Vergleichsvereinbarung zum Osteoporose-Mittel Forteo behauptet.
Für das zweite Quartal rechnet Guggenheim mit einem Umsatz von 20,66 Milliarden Dollar, leicht über dem Konsens. Ob sich diese Prognose bestätigt, zeigt die nächste Quartalsvorlage – ebenso wie der Fortschritt von BPL-003 auf dem Weg zur Zulassung nach dem geplanten Closing im dritten Quartal 2026.
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