Eli Lilly Aktie: Kursziel springt auf 1.350 Dollar
Veröffentlicht: 06.07.2026 um 17:58 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Ein Analysehaus, das sein Kursziel binnen weniger Monate um fast 10 Prozent anhebt, sendet ein klares Signal. Cantor Fitzgerald traut Eli Lilly nun 1.350 Dollar zu — vorher lag die Marke bei 1.230 Dollar. Die Einstufung "Overweight" bleibt bestehen, und die Begründung liegt weniger in einem einzelnen Ereignis als in einer breiten Erwartungshaltung für die gesamte Branche.
Cantor Fitzgerald rechnet für das zweite Quartal 2026 mit durchweg starken Zahlen der großen Biopharma-Konzerne, die eine Welle von Prognoseanhebungen für das Gesamtjahr nach sich ziehen dürften. Der Markt bewertet den Sektor bislang eher als Nutznießer der Kapitalrotation aus KI-Werten denn als eigenständige Wachstumsstory. Genau das könnte sich laut den Analysten ändern, sollten sich die operativen Aussichten weiter verbessern.
Eli Lilly gilt dabei als eines der Zugpferde. Die Aktie notiert bei 1.213,91 Dollar nahe ihrem 52-Wochen-Hoch von 1.238 Dollar und hat in den vergangenen zwölf Monaten 56,6 Prozent zugelegt, seit Jahresbeginn stehen 13,3 Prozent zu Buche. RBC Capital bestätigte parallel seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 1.250 Dollar.
Expansion in Asien und neue Pipeline-Signale
Während die Wall Street über Kursziele diskutiert, baut Eli Lilly sein Vertriebsnetz in Asien weiter aus. Der Konzern hat mit dem Schweizer Marktdienstleister DKSH eine Vertriebs- und Vermarktungspartnerschaft für Hongkong und Macau geschlossen. Damit erweitert sich eine bereits bestehende Zusammenarbeit, die in Singapur und Vietnam läuft — DKSH übernimmt künftig Vertrieb und Promotion des aktuellen Pharma-Portfolios in beiden Märkten.
Auf der Zulassungsseite kommt Rückenwind aus Europa: Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittel-Agentur hat sich positiv zu Jaypirca geäußert, einem Wirkstoff gegen chronische lymphatische Leukämie. Die endgültige Entscheidung der EU-Kommission steht noch aus. Konkurrenzdruck kommt hingegen von Sandoz, das bei der US-Arzneimittelbehörde FDA Anträge für zwei Generika-Versionen von Tirzepatid eingereicht hat — dem Wirkstoff hinter Mounjaro und Zepbound. Der US-Patentschutz für Tirzepatid läuft allerdings erst 2036 aus, was Eli Lilly vorerst Zeit verschafft.
Für Aktionäre bestätigte das Unternehmen zudem eine Quartalsdividende von 1,73 Dollar je Aktie für das dritte Quartal 2026, auszahlbar am 10. September 2026.
Für den europäischen Markt plant Eli Lilly den Start seiner Abnehmpille bis Anfang 2027, mit Fokus auf das Telehealth-Segment in Großbritannien und weiteren Ländern. Ob die Analysten mit ihren optimistischen Kurszielen recht behalten, dürfte sich spätestens mit den Quartalszahlen für das zweite Quartal 2026 zeigen, die in den kommenden Wochen anstehen.
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