Elon Musk bleibt Pariser Anhörung zu Plattform X fern
Veröffentlicht am: 20.04.2026 um 18:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWSMusk sei zu dem Termin nicht erschienen, bestĂ€tigte die Pariser Staatsanwaltschaft, wie französische Medien berichteten. "Seine Anwesenheit oder Abwesenheit stellt kein Hindernis fĂŒr die Fortsetzung der Ermittlungen dar", erklĂ€rte die Staatsanwaltschaft. Weder Musk noch die ebenfalls vorgeladene frĂŒhere X-Chefin Linda Yaccarino waren verpflichtet, zu der freien Anhörung zu erscheinen.
Worum drehen sich die Ermittlungen gegen X in Frankreich?
Die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt seit rund einem Jahr gegen X wegen des Vorwurfs, dass Algorithmen in dem sozialen Netzwerk verĂ€ndert worden sein sollen, um rechtsextremen Inhalten mehr Aufmerksamkeit zu bescheren. AuĂerdem geht es um den Vorwurf der Holocaustleugnung sowie um sexualisierte Abbildungen. Dabei handelt es sich um vom KI-Chatbot Grok erstellte sexualisierte Bilder von Frauen und Kindern, sogenannte Deepfakes, die international fĂŒr viel Empörung gesorgt haben. Deepfakes sind mit Hilfe von KI erstellte Videos, Bilder oder Audio-Dateien, die tĂ€uschend echt wirken, es aber nicht sind.
X hatte nach den Durchsuchungen entgegnet, die VorwĂŒrfe seien "unbegrĂŒndet". Das Unternehmen bestreite "jegliches Fehlverhalten". Die Durchsuchung gefĂ€hrde die Redefreiheit und X wolle die eigenen Grundrechte sowie die der Nutzer verteidigen. Musk beschimpfte die französischen Ermittler in einer Reaktion auf X gar als "geistig Behinderte".
US-Regierung steht hinter Musk und wettert ĂŒber Europa
Musk ist fĂŒr rechte politische Ansichten bekannt. Er behauptet schon lĂ€nger, dass in Europa die Redefreiheit in Bezug auf solche Meinungen eingeschrĂ€nkt werde. RĂŒckendeckung bekam er dabei zum Teil von US-VizeprĂ€sident JD Vance. AuĂer in Frankreich laufen auch auf Grundlage europĂ€ischer Digitalgesetze mehrere Untersuchungen und Verfahren gegen Musks Plattform. Die US-Regierung von PrĂ€sident Donald Trump behauptet, BrĂŒssel betreibe Zensur.
Das "Wall Street Journal" berichtete am Freitag ĂŒber ein Schreiben des US-Justizministeriums, in dem sich die US-Justiz fĂŒr X starkmacht und die Auffassung vertritt, dass die Pariser Ermittlungen gegen den ersten Zusatzartikel der US-Verfassung zur Meinungsfreiheit verstoĂen. Laut dem Zeitungsbericht teilte das Justizministerium den französischen Strafverfolgungsbehörden mit, dass es ihre Ermittlungen gegen Musks Plattform nicht unterstĂŒtzen werde.
Paris will Betrieb der Plattform X im Einklang mit dem Gesetz
Wie die Pariser Staatsanwaltschaft nach der Durchsuchung von RĂ€umlichkeiten von X im Februar erklĂ€rt hatte, hĂ€tten die Ermittlungen das Ziel, einen Betrieb der Plattform X in Frankreich im Einklang mit den französischen Gesetzen zu gewĂ€hrleisten. Die Vorladung von Musk und Yaccarino solle den beiden die Möglichkeit geben, ihren Standpunkt und gegebenenfalls die geplanten MaĂnahmen zur Einhaltung der Vorschriften darzulegen.
