Enel, Millionen

Enel: 360 Millionen fĂŒr indisches Portfolio

22.05.2026 - 12:33:50 | boerse-global.de

Enel erhĂ€lt mehrere Gebote fĂŒr sein indisches Erneuerbaren-GeschĂ€ft und treibt parallel die Expansion in den USA mit neuen Solarprojekten voran.

Enel: 360 Millionen fĂŒr indisches Portfolio - Foto: ĂŒber boerse-global.de
Enel: 360 Millionen fĂŒr indisches Portfolio - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Nach dem gescheiterten Deal mit Waaree startet Enel einen zweiten Versuch, sich von seinem indischen Erneuerbaren-Portfolio zu trennen. Der italienische Versorger hat mehrere verbindliche Gebote erhalten – und baut parallel die Position in den USA aus. Die Aktie notiert am Freitag bei 9,73 Euro, knapp 4,5 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von knapp acht Prozent zu Buche.

Bieterschlacht um 2,5-Gigawatt-Portfolio

Um die indische Tochter bewerben sich drei Bieter: Purvah Green, eine Tochter der RP Sanjiv Goenka Group, sowie Inox Clean Energy und Hexa Climate. Die Angebote bewerten das Unternehmen mit rund 3.000 Crore Rupien – umgerechnet etwa 360 Millionen US-Dollar. Zum Portfolio gehören 640 Megawatt bereits betriebener KapazitĂ€t.

Hintergrund des Verkaufs: Enel hatte zuvor einen Vertrag mit Waaree abgeschlossen, der jedoch platzte. Das Unternehmen wirft Waaree Vertragsbruch vor und hat ein Schiedsverfahren eingeleitet. Andere Interessenten wie Sembcorp und Blueleaf Energy haben sich inzwischen aus dem Bieterprozess zurĂŒckgezogen.

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Parallelkurs: US-Expansion

WÀhrend Enel den Ausstieg aus Indien vorantreibt, steckt es in den USA krÀftig Geld in neue Solarprojekte. Rund 120 Millionen Euro investiert der Konzern in sieben Solaranlagen in Virginia, North Carolina und South Carolina. Die insgesamt 270 Megawatt Leistung sollen bis Ende 2026 ans Netz gehen und jÀhrlich rund 20 Millionen US-Dollar Vorsteuergewinn beitragen.

Mit dem Zukauf steigt Enels installierte US-KapazitĂ€t auf rund 3,4 Gigawatt. Der Fokus liegt zunehmend auf StromabnahmevertrĂ€gen mit großen Technologieunternehmen – ein Bereich, der weltweit an Dynamik gewinnt.

Indischer Markt bleibt kapitalintensiv

Der indische Erneuerbarensektor, den Enel verlĂ€sst, gilt weiterhin als kapitalintensiv. NetzengpĂ€sse behindern die Integration von GrĂŒnstrom, lokale SchĂ€tzungen zeigen regionale Abregelungen. Gleichzeitig haben indische Großbanken ihr Kreditengagement im Sektor deutlich ausgeweitet – ein Vertrauenssignal fĂŒr die langfristigen Ausbauziele des Landes.

FĂŒr Enel steht beim Indien-Verkauf nicht nur der Kaufpreis im Vordergrund, sondern auch die Strategie der Kapitaldisziplin. Der Konzern hĂ€lt an seinem AktienrĂŒckkaufprogramm fest und peilt fĂŒr 2026 ein EBITDA zwischen 23,1 und 23,6 Milliarden Euro an. Die Erlöse aus dem Indien-Deal könnten helfen, die US-Offensive zu finanzieren – und die Aktie bleibt mit ihrem Jahresplus von acht Prozent auf dem Radar der Anleger.

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