Mandelson-AffÀre, Starmer

Mandelson-AffÀre bringt Starmer in ErklÀrungsnot

20.04.2026 - 18:33:05 | dpa.de

EnthĂŒllungen um die Berufung des Epstein-Freundes Peter Mandelson zum Botschafter in den USA bringen den britischen Premier Keir Starmer immer stĂ€rker in BedrĂ€ngnis.

Mehrere Oppositionspolitiker legten dem Regierungschef erneut einen RĂŒcktritt nahe.

Starmer entschuldigte sich in einer Sondersitzung des Unterhauses bei den Opfern des verstorbenen SexualstraftĂ€ters Jeffrey Epstein und rechtfertigte seinen Umgang mit der AffĂ€re. "Ich hĂ€tte Peter Mandelson nicht ernennen sollen. Ich ĂŒbernehme die Verantwortung fĂŒr diese Entscheidung", sagte der Labour-Politiker.

Starmer: Wusste nichts von ÜberprĂŒfungsergebnis

Er versicherte, ihm sei nicht mitgeteilt worden, dass Mandelson durch die obligatorische SicherheitsprĂŒfung gefallen war. Es habe sich nicht um VersĂ€umnisse seinerseits gehandelt, sondern um eine mehrfache "bewusste Entscheidung" der zustĂ€ndigen Beamten, beteuerte er. Hintergrund seien DatenschutzgrĂŒnde gewesen. Dies sei "absolut unverzeihlich", sagte der Regierungschef und kĂŒndigte eine Reform der einschlĂ€gigen Regelungen an.

HĂ€tte er von dem Ergebnis der SicherheitsĂŒberprĂŒfung gewusst, hĂ€tte er Mandelson nicht zum Botschafter gemacht, so Starmer.

Die konservative OppositionsfĂŒhrerin Kemi Badenoch warf Starmer vor, seine Mitarbeiter und Beamten zu opfern, anstatt selbst Verantwortung zu ĂŒbernehmen. Der höchste Beamte im britischen Außenamt, Olly Robbins, musste nach Bekanntwerden der VorgĂ€nge seinen Hut nehmen. Robbins hatte die Empfehlung der Sicherheitsbehörden bei der Ernennung Mandelsons ĂŒberstimmt.

Noch vor seiner Zeit als Premier habe Starmer gesagt, wer das Parlament tĂ€usche, mĂŒsse zurĂŒcktreten. "Steht er zu diesen Worten, oder gilt fĂŒr ihn eine andere Regel als fĂŒr alle anderen?", sagte Badenoch. Bereits in den vergangenen Tagen hatten mehrere fĂŒhrende Politiker, darunter der schottische Regierungschef John Swinney, den RĂŒcktritt Starmers gefordert.

Amt hing bereits am seidenen Faden

Die AffĂ€re um Ex-Botschafter Mandelson setzt Starmer seit Monaten zu. Neue Veröffentlichungen von Dokumenten aus dem Missbrauchsskandal um Epstein hatten gezeigt, dass Mandelson weitaus enger mit dem verstorbenen US-MultimillionĂ€r verbandelt war als zunĂ€chst bekannt. Der britische Premier musste bereits vor Wochen zwischenzeitlich um sein Amt fĂŒrchten.

Gegen den im vergangenen Jahr abberufenen Ex-Botschafter ermittelt indes die Polizei. Mandelson war zuletzt wegen des Verdachts auf Fehlverhalten im öffentlichen Amt vorĂŒbergehend festgenommen worden.

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