MutmaĂliche Stromausfall-TĂ€ter weisen Spekulationen zurĂŒck
07.01.2026 - 17:03:22(ErgÀnzt: Dritter Text der angeblichen Ursprungs-"Vulkangruppe" veröffentlicht.)
BERLIN (dpa-AFX) - Nach dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz ist ein zweites Bekennerschreiben der mutmaĂlichen TĂ€ter aufgetaucht. Vonseiten der Ermittler gab es zunĂ€chst keine BestĂ€tigung dazu. AuĂerdem wurde in der Nacht zu Mittwoch ein drittes Schreiben im Internet veröffentlicht, in dem behauptet wird, es stamme von der ursprĂŒnglichen "Vulkangruppe" von 2011.
In dem zweiten Text wurden Spekulationen zu einer möglichen Beteiligung russischer Akteure zurĂŒckgewiesen. Ăber das Schreiben, das der Verfassungsschutz fĂŒr authentisch hĂ€lt, berichteten unter anderem der "Tagesspiegel", "Bild" und der RBB.
Darin heiĂt es unter anderem: "Zu den kursierenden Unterstellungen einer angeblichen "False-Flag-Aktion" eines auslĂ€ndischen Staates sagen wir klar: Diese Spekulationen sind nichts weiter als der Versuch, die eigene Ohnmacht zu kaschieren.". Dass Menschen vor Ort in der Lage seien, Infrastruktur anzugreifen, passe nicht in das Sicherheitsnarrativ von Politik und Behörden. Die BeweggrĂŒnde der Gruppe seien weder neu noch geheim. "Wer nun behauptet, hinter jeder Form von Sabotage mĂŒsse zwangslĂ€ufig ein fremder Geheimdienst stehen, verweigert sich der RealitĂ€t gesellschaftlicher Konflikte im Inneren", hieĂ es weiter.
Gruppe bekannte sich in erstem Schreiben
In der Folge des mutmaĂlich linksextremistisch motivierten Brandanschlags waren von Samstagmorgen bis Mittwoch im SĂŒdwesten Berlins zunĂ€chst 45.000 Haushalte und 2.200 Unternehmen ohne Strom. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat die Ermittlungen ĂŒbernommen. Aus ihrer Sicht besteht der Verdacht auf verfassungsfeindliche Sabotage, Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Brandstiftung und Störung öffentlicher Betriebe.
In einem ersten Bekennerschreiben hatte eine der linksextremistischen "Vulkangruppen", die seit 2011 vor allem in Berlin und Brandenburg immer wieder BrandanschlĂ€ge auf die öffentliche Infrastruktur verĂŒbt haben sollen, die Tat fĂŒr sich reklamiert.
"Bislang gar keine Hinweise"
In den Tagen nach dem Brandanschlag gab es Spekulationen ĂŒber TĂ€ter aus einem Geheimdienst Russlands. Berlins Polizei-VizeprĂ€sident Marco Langner betonte: "Darauf gibt es bislang gar keine Hinweise." Und weiter: "Die PrĂŒfungen, die wir vorgenommen haben in Zusammenarbeit mit dem BKA, weisen eben auf diese Vulkangruppe hin - und zwar sehr deutlich. Wir sehen dieses Bekennerschreiben als authentisch an und können damit sagen, es kommt aus dem linksextremistischen Bereich."
Das Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz (BfV) teilte auf Nachfrage zu dem neuen Schreiben mit: "Wir halten es fĂŒr authentisch." Der Geheimdienst sieht in den "Vulkangruppen" nicht eine Gruppierung mit einer einheitlichen FĂŒhrung, sondern geht vielmehr davon aus, dass es sich um verschiedene Gruppen aus dem Bereich des militanten Anarchismus handelt.
Dritter Text: "Wir waren die Vulkangruppe der Jahre 2011"
In dem dritten Text, der im linksradikalen Portal Indymedia erschien und bei dem noch nicht geklĂ€rt ist, ob er authentisch ist, heiĂt es nun: "Wir waren die Vulkangruppe der Jahre 2011." Und weiter: "Wir melden uns, weil in unserem Namen gesprochen wird, gehandelt wird, veröffentlicht wird, ohne dass es unser Handeln ist."
Die Gruppe distanziere sich "ausdrĂŒcklich von allen Aktionen der letzten Jahre, die unter unserem Namen oder mit Bezug auf uns durchgefĂŒhrt wurden". Betont wird: "Unsere Interventionen richteten sich gegen Kriegspolitik, nicht gegen gesellschaftliche Grundversorgung, nicht gegen Menschen im Alltag." Man wollte "Unterbrechung, nicht Eskalation. Störung von NormalitĂ€t, nicht ihre Zerstörung".

