ErnÀhrungsmediziner, Social-Media-Mythen

ErnÀhrungsmediziner warnt vor gefÀhrlichen Social-Media-Mythen

04.03.2026 - 02:18:37 | boerse-global.de

Ein Experte kritisiert die Verbreitung unwissenschaftlicher RatschlĂ€ge zu Rapsöl und KrebsdiĂ€ten durch Influencer, die zu Verunsicherung und Gesundheitsrisiken fĂŒhren.

ErnĂ€hrungsmediziner warnt vor gefĂ€hrlichen Social-Media-Mythen - Foto: ĂŒber boerse-global.de
ErnĂ€hrungsmediziner warnt vor gefĂ€hrlichen Social-Media-Mythen - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Prof. Dr. Martin Smollich schlĂ€gt Alarm: Falschinformationen zu Rapsöl oder KrebsdiĂ€ten auf TikTok und Instagram gefĂ€hrden die öffentliche Gesundheit. Der Experte kritisiert den „wachsenden Wildwuchs“ an unseriösen RatschlĂ€gen durch unqualifizierte Influencer.

Der hartnĂ€ckige Mythos vom „giftigen“ Rapsöl

Einer der aktuell stĂ€rksten Trends ist die Behauptung, Samenöle wie Rapsöl seien schĂ€dlich. Diese aus den USA stammende Falschinformation widerspricht laut Smollich der gesamten wissenschaftlichen Datenlage. Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) empfehlen Rapsöl weiterhin als gesundes Speiseöl.

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Diese Panikmache ist Teil eines grĂ¶ĂŸeren Problems: die pauschale Verteufelung ganzer Lebensmittelgruppen. So werden Kohlenhydrate pauschal fĂŒr Gewichtszunahme verantwortlich gemacht oder Ballaststoffe als schlecht dargestellt. Dabei zĂ€hlen Ballaststoffe aus Vollkorn, GemĂŒse und Obst zu den wertvollsten Bestandteilen unserer Nahrung.

Extreme DiÀten und das GeschÀft mit der Angst

Besonders kritisch sieht der ErnĂ€hrungsmediziner den Hype um extreme ErnĂ€hrungsformen wie die ketogene DiĂ€t. Oft werden sie mit unrealistischen Versprechen wie „10 Kilo in zwei Wochen“ beworben. Solche RatschlĂ€ge erhöhen das Risiko fĂŒr NĂ€hrstoffmĂ€ngel und können Essstörungen begĂŒnstigen.

Hinter vielen Posts steckt ein finanzielles Interesse. Influencer generieren mit reißerischen Behauptungen Reichweite und vermarkten eigene, oft fragwĂŒrdige Produkte. Als Warnsignale gelten extreme Aussagen („Nie wieder essen!“), unrealistische Versprechen und der Verzicht auf wissenschaftliche Belege.

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Warum sich Mythen so schnell verbreiten

Die Algorithmen der Social-Media-Plattformen befeuern das Problem. Sie belohnen kontroverse und polarisierende Inhalte, weil diese mehr Interaktionen bringen. Wissenschaftliche Fakten bleiben dabei oft auf der Strecke.

Das fĂŒhrt zu massiver Verunsicherung. Eine Studie zeigt, dass sich 84 Prozent der Deutschen zwar bewusst ernĂ€hren, viele die Debatte aber als spaltend empfinden. Die Flut an widersprĂŒchlichen Informationen macht eine verlĂ€ssliche Orientierung fast unmöglich.

Der Gegentrend: Langfristige Gesundheit statt Hype

Als Reaktion auf die extremen DiĂ€t-Trends zeichnet sich ein neuer Fokus ab: „Longevity“. Statt auf schnelle „Detox“-Kuren setzt dieser Ansatz auf bestĂ€ndige, alltagstaugliche Gewohnheiten. Im Vordergrund stehen ausgewogene Mahlzeiten, ausreichend Protein und eine pflanzenbetonte Kost.

Experten raten Verbrauchern, sich an vertrauenswĂŒrdige Quellen wie die DGE oder öffentliche Gesundheitsportale zu halten. Der gesunde Menschenverstand sei der beste Ratgeber: RatschlĂ€ge, die zu einfach oder zu extrem klingen, sind es meist auch. Eine gesunde ErnĂ€hrung ist oft weniger kompliziert, als Social Media uns glauben machen will.

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