ErnÀhrungswissenschaft, Mythen

ErnÀhrungswissenschaft rÀumt mit alten Mythen auf

Veröffentlicht am: 06.03.2026 um 06:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Experten betonen die individuelle Wirkung der ErnĂ€hrung auf Darm und Organe. Neue Studien zeigen den Nutzen pflanzenbasierter Kost, wĂ€hrend AlltagshĂŒrden die Umsetzung erschweren.
ErnÀhrungswissenschaft rÀumt mit alten Mythen auf Illustration mit AI erstellt.

Ein aktueller Kongress und neue Studien entlarven verbreitete ErnĂ€hrungsirrtĂŒmer. Im Fokus stehen das individuelle Mikrobiom und die Planetary Health Diet.

Fast drei Viertel der Deutschen ist gesunde ErnĂ€hrung wichtig. Das zeigt eine neue Umfrage des Marktforschungsinstituts Innofact. Doch nur 43 Prozent setzen diesen Vorsatz im Alltag auch um. Zeitmangel und aufwendige Planung sind die grĂ¶ĂŸten HĂŒrden.

Anzeige

Wer im Alltag oft Namen oder Termine vergisst, findet in diesen einfachen ErnĂ€hrungs-Tipps und Routinen eine effektive UnterstĂŒtzung fĂŒr das GedĂ€chtnis. Der kostenlose Report zeigt Ihnen, wie Sie mit 11 Übungen und einem Selbsttest Ihre mentale Fitness spĂŒrbar steigern können. Gratis-PDF: Gehirntraining leicht gemacht inkl. ErnĂ€hrungs-Tipps sichern

Die Umfrage rĂ€umt auch mit einem Vorurteil auf: TiefkĂŒhlkost gilt lĂ€ngst nicht mehr als ungesund. Rund 70 Prozent der Befragten sehen in tiefgekĂŒhlten Lebensmitteln eine praktische Hilfe fĂŒr eine ausgewogene ErnĂ€hrung. 85 Prozent schĂ€tzen den NĂ€hrstofferhalt durch das Schockfrosten. Experten bestĂ€tigen: Unverarbeitetes TiefkĂŒhlgemĂŒse kann frischer, aber lange gelagerter Ware oft ĂŒberlegen sein.

Mythos „Einheits-DiĂ€t“: Das Mikrobiom ist der SchlĂŒssel

Der heute in Kassel zu Ende gehende 63. Kongress der Deutschen Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) machte deutlich: Eine DiĂ€t fĂŒr alle gibt es nicht. Knapp 800 Experten diskutierten, wie individuell die Darmflora auf Lebensmittel reagiert.

„Wir kennen viele Verbindungen zwischen ErnĂ€hrung, Mikrobiom und Gesundheit“, sagt Kongressleiter Prof. Dr. Dirk Haller. Die genauen Ursache-Wirkungs-Beziehungen mĂŒssten aber noch erforscht werden. Die Dynamik ist enorm: Fast jede fĂŒnfte der ĂŒber 4600 laufenden Mikrobiom-Studien untersucht direkte ZusammenhĂ€nge mit der Nahrungsaufnahme. Klar ist: Eine vielfĂ€ltige Darmflora durch Ballaststoffe und fermentierte Lebensmittel beugt chronischen Krankheiten vor.

Planetary Health Diet schĂŒtzt konkret die Organe

Wie stark Essen Organe beeinflusst, belegt eine neue Studie im Canadian Medical Association Journal. Eine Orientierung an der Planetary Health Diet senkt das Risiko fĂŒr chronische Nierenerkrankungen signifikant. Diese ErnĂ€hrung setzt auf pflanzenbasierte Lebensmittel und begrenzt Zucker und tierische Fette stark.

Auch die Leber rĂŒckt in den Fokus. AnlĂ€sslich des Welt-Adipositas-Tages warnte die Deutsche Leberstiftung vor den Folgen ungesunder Lebensweise. „ErnĂ€hrung und Gewichtskontrolle sind fĂŒr die PrĂ€vention von Leberverfettung oft entscheidender als Medikamente“, betont Vorstand Prof. Dr. Heiner Wedemeyer. Ein Problem ist versteckter Zucker: Deutsche nehmen tĂ€glich fast 26 Gramm Zucker allein durch GetrĂ€nke zu sich – ein europĂ€ischer Spitzenwert. Der Mythos von gesunden FruchtsĂ€ften trĂ€gt dazu bei.

Anzeige

So wie die richtige ErnĂ€hrung die Organe schĂŒtzt, hilft ein tieferes VerstĂ€ndnis der eigenen Körperwerte dabei, Risiken frĂŒhzeitig zu erkennen und Fehldiagnosen zu vermeiden. Dieser kostenlose 25-seitige Ratgeber erklĂ€rt Ihnen verstĂ€ndlich die wichtigsten Blutwerte von Cholesterin bis TSH. Kostenlosen Laborwerte-Selbstcheck jetzt herunterladen

ErnÀhrung bei Autoimmunerkrankungen im Fokus

Der morgige Tag der gesunden ErnĂ€hrung legt einen Schwerpunkt auf Autoimmunerkrankungen. Lange hielt sich der Glaube, ErnĂ€hrung spiele hier keine Rolle. AufklĂ€rungskampagnen zeigen nun: Gezielte, entzĂŒndungshemmende ErnĂ€hrungsstrategien können das Wohlbefinden Betroffener maßgeblich verbessern.

GesundheitsĂ€mter wie im Landkreis Görlitz bieten rund um den Aktionstag verstĂ€rkt Beratungen an. Ziel ist es, Familien frĂŒh fĂŒr den Zusammenhang zwischen ausgewogenen Mahlzeiten und einem starken Immunsystem zu sensibilisieren.

Paradigmenwechsel: Vom Energielieferanten zum InformationstrÀger

Die Ereignisse dieser Woche markieren einen Wendepunkt. Nahrung wird nicht mehr nur als Energielieferant, sondern als komplexer InformationstrĂ€ger fĂŒr den Körper verstanden. Die PrĂ€vention von Zivilisationskrankheiten hĂ€ngt stark von der mikrobiellen Vielfalt im Darm ab.

Doch ein Dilemma bleibt: Das Wissen wĂ€chst, die Umsetzung scheitert an Zeit und AlltagshĂŒrden. Experten fordern deshalb pragmatische AnsĂ€tze. Statt unrealistischer DiĂ€t-Vorgaben rĂŒcken alltagstaugliche Konzepte in den Vordergrund. Diese mĂŒssen auch hochwertige TiefkĂŒhlkomponenten integrieren. Politik und Lebensmittelindustrie sind gefordert, gesunde Entscheidungen einfacher zu machen.

Disclaimer...
de | boerse | 68640176 |