Tesla-Chef Elon Musk kommt nach Anschlag zur Fabrik
12.03.2024 - 19:09:55Nach Informationen des Verlags besucht Musk das Werk am Mittwoch. "Table Media" berief sich auf Unternehmenskreise. Der Autobauer Ă€uĂerte sich dazu am Dienstag nicht. Nach einem tagelangen Stromausfall ist Tesla seit Montag wieder am Netz und fĂ€hrt die Produktion allmĂ€hlich hoch. Zugleich werden Rufe nach einem Ende des Protestcamps von Umweltaktivisten im nahen Wald lauter, wenn eine vorlĂ€ufige Frist der Polizei am Freitag (15. MĂ€rz) auslĂ€uft.
Bis die Produktion in der einzigen europĂ€ischen Autofabrik von Tesla wieder wie vor dem Anschlag lĂ€uft, kann es noch einige Zeit dauern. "Wann wir die Fertigung vollumfĂ€nglich wieder aufnehmen können, können wir nicht sagen", hieĂ es am Dienstag aus dem Unternehmen. "Das ist sehr schwer vorhersehbar." Obwohl der Strom wieder da sei, sei es nicht so wie bei einer GlĂŒhbirne, die nach dem Einschalten gleich wieder leuchte. Jede Steuerung eines Roboters mĂŒsse einzeln wieder gestartet werden, jede Anlage mĂŒsse auf einen möglichen Schaden geprĂŒft werden. Werksleiter AndrĂ© Thierig hatte den Schaden vor einer Woche auf mehrere hundert Millionen Euro geschĂ€tzt.
Bisher unbekannte TĂ€ter hatten am Dienstag vergangener Woche auf einem Feld in Ostbrandenburg Feuer an einem frei zugĂ€nglichen Strommast gelegt, der auch die Versorgung der Autofabrik in GrĂŒnheide gewĂ€hrleistet. Die linksextreme Vulkangruppe erklĂ€rte, sie sei fĂŒr den Anschlag verantwortlich. Die Bundesanwaltschaft ĂŒbernahm die Ermittlungen. Tesla hatte zunĂ€chst damit gerechnet, dass die Produktion bis Ende dieser Woche stillsteht. Dem Versorger Edis zufolge erfolgte am Montagabend die entscheidende Schaltung.
Der letzte bekannte Besuch des Tesla-Chefs in der sogenannten Gigafactory Berlin-Brandenburg - etwa 30 Kilometer von Berlins Mitte entfernt - liegt einige Monate zurĂŒck: Nach der Eröffnung des einzigen Tesla-Werks in Europa vor etwa zwei Jahren besuchte Musk die Fabrik im November 2023 kurz. Das Werk wurde vor rund zwei Jahren eröffnet.
Unweit des Autowerks protestieren Umweltaktivisten auf BaumhĂ€usern gegen Tesla und ElektromobilitĂ€t. Mit der Besetzung seit Ende Februar will die Initiative "Tesla stoppen" eine Rodung des WaldstĂŒcks im Zuge einer Erweiterung des Tesla-GelĂ€ndes verhindern. Die Initiative gab an, mit dem Anschlag nichts zu tun gehabt zu haben. Bei einer BĂŒrgerbefragung in GrĂŒnheide - dem Standort der Fabrik - hatte eine Mehrheit die ErweiterungsplĂ€ne von Tesla fĂŒr einen GĂŒterbahnhof und LogistikflĂ€chen abgelehnt.
Die Aktivisten bereiten sich auf eine mögliche RĂ€umung des WaldstĂŒcks vor, das dem Land Brandenburg gehört. Am Dienstag und Mittwoch fĂ€nden Workshops statt, die die Menschen im Camp darauf vorbereiteten, sagte eine Sprecherin der Initiative "Tesla stoppen" am Dienstag. Erfahrungen hĂ€tten gezeigt, dass RĂ€umungen fĂŒr die Beteiligten eine enorme psychische und physische Belastung darstellten. Ein Polizeisprecher sagte am Dienstag, es werde geprĂŒft, wie mit dem Protestcamp umzugehen sei. Wann eine Entscheidung zu erwarten ist, sagte er nicht.
Brandenburgs SPD-Fraktionschef Daniel Keller forderte, den Protest zu beenden. "Es handelt sich eben nicht um eine Demonstration im öffentlichen Raum (...), sondern um eine Demonstration auf einer FlĂ€che, die im Eigentum des Landes Brandenburg ist", sagte Keller am Dienstag. Die Erwartung an Innenminister Michael StĂŒbgen (CDU) und Landwirtschaftsminister Axel Vogel (GrĂŒne) sei relativ klar, nach Ablauf der Frist die Demonstration zu beenden.
Das Camp ist von der Polizei zunĂ€chst bis Freitag (15. MĂ€rz) genehmigt - mit Option auf VerlĂ€ngerung. Nach dem Anschlag hieĂ es aus der Brandenburger Landesregierung, die Duldung werde neu bewertet. Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) hatte am Montag im RBB mit Blick auf das Camp gesagt: "Ich wĂŒrde es nicht lĂ€nger dulden."

