Produktion/Absatz, Zusammenfassung

Deutsche Autokonzerne schwÀcheln beim Absatz

10.07.2024 - 13:19:56

Es lĂ€uft zĂ€h fĂŒr die deutsche Autoindustrie. Alle drei großen Konzerne haben am Mittwoch Absatzzahlen fĂŒr das erste Halbjahr bekannt gegeben - im Plus liegt auf Konzernebene nach dem ersten Halbjahr keiner von ihnen.

Relativ glimpflich kamen BMW DE0005190003 mit einem Minus von 0,1 Prozent auf 1,21 Millionen Autos und VW DE0007664039 mit 0,6 Prozent RĂŒckgang auf 4,35 Millionen davon. Mercedes-Benz DE0007100000 bĂŒĂŸte dagegen 6 Prozent auf 1,17 Millionen ein.

Bei Volkswagen DE0007664039 sind es vor allem die Kernmarke VW Pkw und Audi, die die Zahlen nach unten ziehen. Die IngolstĂ€dter Tochter verkaufte im Halbjahr nur noch 833.000 Autos, 8,2 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Kernmarke VW, auf die mehr als die HĂ€lfte des gesamten Konzernabsatzes entfĂ€llt, konnte ihre VerkĂ€ufe im Halbjahr zwar fast halten und bĂŒĂŸte nur 0,2 Prozent auf 2,22 Millionen Autos ein. In den Monaten April bis Juni wendete sich das Blatt aber zum Schlechten, in dieser Zeit lag das Minus bei 5,2 Prozent. Zulegen konnten dagegen die Töchter Skoda und Seat/Cupra.

ChinageschÀft schwÀchelt

Vor allem in China, wo der VW-Konzern gut ein Drittel aller Autos verkauft, schwÀchelt das GeschÀft. Dort wurden in den ersten sechs Monaten noch knapp 1,35 Millionen Autos abgesetzt, 7,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Einen DÀmpfer gab es auch beim Absatz von Elektroautos. Im ersten Halbjahr lieferte der Konzern weltweit 317.200 E-Modelle aus, 4.400 weniger als im selben Zeitraum 2023. Schuld war vor allem die schwache Nachfrage in Europa und den USA, wo jeweils 15 Prozent weniger E-Autos ausgeliefert wurden.

Audi konnte seine E-Auto-VerkĂ€ufe zwar leicht steigern von 75.600 auf 76.700 Fahrzeuge. Beim Top-Modell Q8 e-tron gingen die Auslieferungen aber von 19.500 auf 17.900 zurĂŒck. Wegen der schwachen Nachfrage nach dem E-Modell Q8 e-tron erwĂ€gt die VW-Tochter nun, die Produktion des Modells in BrĂŒssel vorzeitig einzustellen. Dadurch steht der ganze Standort mit rund 3.000 Mitarbeitern auf der Kippe.

FĂŒr den Rest des Jahres zeigte sich der VW-Konzern dennoch optimistisch. "FĂŒr das Gesamtjahr 2024 rechnen wir aufgrund des An- und Hochlaufs zahlreicher wichtiger Modelle im zweiten Halbjahr weiter mit einem leichten Anstieg der weltweiten Auslieferungen gegenĂŒber dem Vorjahr", sagte Audi-Vertriebschefin Hildegard Wortmann, die auch im Gesamtkonzern fĂŒr das Ressort zustĂ€ndig ist.

Bei BMW helfen reine Stromer - aber nicht mehr so stark

Bei BMW drĂŒckten die Töchter Mini und Rolls-Royce GB00B63H8491 auf die Zahlen. Ihre AbsĂ€tze sanken um 18,7 Prozent auf 114.000 Autos beziehungsweise um 11,4 Prozent auf 2.819. Bei Mini machten sich dabei laufende Modellwechsel bemerkbar. Die Kernmarke BMW schnitt mit 1,1 Millionen Autos und einem Wachstum von 2,3 Prozent dagegen besser ab und konnte die RĂŒckgĂ€nge der Töchter fast ausgleichen.

Bei den MĂŒnchnern blieb - anders als bei ihren Erzrivalen im Premiumsegment, Audi und Mercedes - die ElektromobilitĂ€t ein Wachstumsmotor. Auf Gruppenebene legten die Auslieferungen reiner Stromer bei BMW um rund ein Viertel auf 190.600 zu. Das prozentuale Wachstum hat sich allerdings auch hier deutlich abgeschwĂ€cht: Noch im Gesamtjahr 2023 hatte BMW bei den reinen Stromern ein Plus von rund drei Vierteln erzielt.

Vertriebsvorstand Jochen Goller bewertete die Entwicklung "in einem herausfordernden Marktumfeld" positiv: "In den ersten sechs Monaten des Jahres ist es uns gelungen, mit vollelektrischen Fahrzeugen sowie Modellen aus dem oberen Premiumsegment zweistellig zu wachsen."

Mercedes leidet an sinkenden Elektrozahlen

Bei Mercedes entfielen knapp 960.000 Auslieferungen auf den Pkw-Bereich Mercedes-Benz Cars - auch das war ein RĂŒckgang um 6 Prozent. Der Bereich Vans meldete ein Minus von 4 Prozent auf 209.000. Die ElektromobilitĂ€t erwies sich bei den Stuttgartern dabei als Bremse: Der Absatz vollelektrischer Fahrzeuge sank auf Gruppenebene um 16 Prozent auf 101.600, bei Cars um 17 Prozent auf 93.400. Der Hochlauf bei den Elektrofahrzeugen verlangsame sich in wichtigen MĂ€rkten, hieß es vom Unternehmen.

Modellwechsel und VerfĂŒgbarkeitsengpĂ€sse hĂ€tten den Absatz im ersten Halbjahr beeinflusst, hieß es von Mercedes. Im obersten Produktsegment - zu dem unter anderem die S-Klasse gehört - sanken die Verkaufszahlen um 22 Prozent. Das sei auch auf ein gedĂ€mpftes Marktumfeld in Asien zurĂŒckzufĂŒhren. Im wichtigen Markt China sanken die VerkĂ€ufe um 9 Prozent.

@ dpa.de | DE0005190003 PRODUKTION/ABSATZ