EU-Indien-Freihandelsabkommen steht vor historischem Durchbruch
26.01.2026 - 02:45:12Nach fast zwei Jahrzehnten Verhandlungen könnte der größte Freihandelsdeal der Welt noch diese Woche besiegelt werden. EU-Spitzenpolitiker reisten nach Neu-Delhi, um die letzten Hürden aus dem Weg zu räumen.
Ein Markt für zwei Milliarden Menschen
Die Verhandlungsrunde in der indischen Hauptstadt markiert den finalen Anlauf für ein Abkommen, das seit 2007 auf der Agenda steht. Mit dabei: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa. Ein Erfolg würde eine der größten Wirtschaftszonen der Welt schaffen – und ein starkes Signal gegen zunehmenden Protektionismus senden.
Der Gipfel am Dienstag findet zu einem kritischen Zeitpunkt statt. Während globale Lieferketten unter geopolitischen Spannungen leiden, könnten EU und Indien mit dem Pakt ihre Abhängigkeiten diversifizieren. Das Handelsvolumen zwischen beiden Partnern liegt bereits bei über 190 Milliarden US-Dollar jährlich.
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Die letzten großen Streitpunkte
Trotz verhandlungsbereiter Stimmung bleiben Knackpunkte. Besonders heikel: Indiens hohe Zölle auf europäische Automobile und Agrarprodukte. Kurz vor dem Gipfel signalisierte Neu-Delhi jedoch Bewegung – eine Senkung der Fahrzeugzölle scheint möglich.
Ein weiterer Konfliktherd ist die Nachhaltigkeit. Die EU pocht auf Umwelt- und Arbeitsstandards, Indien fürchtet Nachteile durch den europäischen CO₂-Grenzausgleich. Experten rechnen mit einer politischen Grundsatzeinigung, während technische Details später geklärt werden.
Milliarden-Impuls für beide Wirtschaftsräume
Die wirtschaftlichen Anreize sind gewaltig. Für EU-Unternehmen öffnet sich der Zugang zu Indiens 4,2-Billionen-Dollar-Markt. Allein durch Zolleinsparungen könnten europäische Exporteure jährlich Milliarden sparen.
Indien wiederum erhofft sich durch den EU-Binnenmarkt mit 450 Millionen Verbrauchern einen Exportboom. Besonders Sektoren wie Textilien und Bekleidung würden profitieren, die derzeit mit EU-Zöllen von rund 10 Prozent kämpfen. Das Abkommen gilt als Schlüssel für die “Make in India”-Strategie.
Mehr als nur Handel: Geopolitisches Signal
Das Freihandelsabkommen sendet auch ein deutliches außenpolitisches Signal. Angesichts der Rivalität zwischen USA und China suchen beide Seiten strategische Alternativen. Die Partnerschaft mit der größten Demokratie der Welt ist zentral für die europäische Indopazifik-Strategie.
Parallel zu den Handelsgesprächen wird eine erweiterte Sicherheitspartnerschaft vorbereitet. Diese soll die Zusammenarbeit in maritimer Sicherheit und Verteidigungstechnologie vertiefen. Eine Annäherung, die in einer multipolaren Welt immer dringlicher wird.
Langer Weg bis zur Umsetzung
Selbst bei einer politischen Einigung am Dienstag dauert der Prozess weiter an. Der Vertragstext muss juristisch geprüft, übersetzt und schließlich vom Europäischen Parlament sowie nationalen Parlamenten ratifiziert werden. Dieser Prozess könnte mindestens ein Jahr in Anspruch nehmen.
Doch die Symbolkraft eines Durchbruchs wäre enorm. In einer Zeit fragmentierter Handelsbeziehungen würden EU und Indien demonstrieren, dass wirtschaftliche Zusammenarbeit auf gemeinsamen Werten möglich ist. Die offiziellen Ergebnisse werden nach dem Dienstags-Treffen erwartet.
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