Costa lobt EU-SolidaritÀt nach Drohnenangriff auf Zypern
06.03.2026 - 22:21:08 | dpa.deDie rasche Reaktion Griechenlands, Frankreichs, Italiens und Spaniens, die unter anderem Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge entsandt hatten, sei ein "kraftvolles Beispiel fĂŒr europĂ€ische UnabhĂ€ngigkeit und unerschĂŒtterliche SolidaritĂ€t", sagte er beim traditionellen Matthiae-Mahl im Hamburger Rathaus vor rund 400 GĂ€sten.
Costa besorgt ĂŒber die Lage in Nahost
Er zeigte sich zugleich von der Lage in Nahost besorgt. Die VergeltungsmaĂnahmen Irans und seiner VerbĂŒndeten in der Region nach den Angriffen der USA und Israels "untergraben den internationalen Frieden und die Sicherheit", sagte Costa. Die Folgen einer weiteren Eskalation wĂ€ren gravierend, "auch im wirtschaftlichen Bereich, wie die Blockade der StraĂe von Hormus zeigt". Eine nachhaltige Lösung des Konflikts sei nur auf diplomatischem Wege zu erreichen.
Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und MenschenwĂŒrde seien im heutigen geopolitischen Kontext wichtiger denn je. "Die EuropĂ€ische Union wird stets eine regelbasierte internationale Ordnung verteidigen, die auf Völkerrecht, Multilateralismus und den in der Charta der Vereinten Nationen verankerten Prinzipien beruht", sagte Costa. "Die Alternative sind Chaos und Gewalt."
Völkerrechts-VerstöĂe nicht hinnehmbar
Deshalb könne man VerstöĂe gegen das Völkerrecht nicht hinnehmen - "weder in der Ukraine, Grönland, Lateinamerika, Afrika noch im Gazastreifen". Ebenso seien Menschenrechtsverletzungen nicht hinnehmbar - "weder im Iran, noch im Sudan oder in Afghanistan."
Die frĂŒhere Bundeskanzlerin Angela Merkel rief die LĂ€nder Europas zu Einigkeit und Geschlossenheit auf. "Europa muss sein Schicksal mehr denn je in die eigene Hand nehmen", sagte die CDU-Politikerin. Sie wĂŒnsche sich ein Europa, das nach innen und nach auĂen handlungsfĂ€hig sei und mit einer Stimme in der Welt wahr- und ernst genommen werde.
Merkel: Geeintes Europa geht weit ĂŒber Sicherheitsaspekt hinaus
"Das geht fĂŒr mich weit ĂŒber den Sicherheitsaspekt hinaus", betonte Merkel. Ein geeint handelndes Europa bedeute Eintreten fĂŒr Demokratie, Rechtsstaat, MenschenwĂŒrde, Wohlstand, ArbeitsplĂ€tze, aber auch den Schutz der AuĂengrenzen, der kulturellen IdentitĂ€t und der gemeinsamen Schöpfung. Auch im digitalen Bereich mĂŒsse die EU mehr UnabhĂ€ngigkeit erreichen, "sowohl bei der Software als auch bei der Hardware".
Merkel betonte, sie wĂŒnsche sich im Ukraine-Konflikt, dass die EuropĂ€ische Union "sowohl als militĂ€rischer UnterstĂŒtzer der Ukraine gegenĂŒber dem Aggressor Russland auftritt - das ist wichtig und unabdingbar -, aber auch ihre diplomatische Kraft fĂŒr eine Beendigung dieses Angriffskriegs in die Waagschale wirft". Sie sei schon 2021 ĂŒberzeugt gewesen, dass Verhandlungen mit dem russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin nicht allein den USA ĂŒberlassen werden dĂŒrften.
MilitĂ€rische und diplomatische StĂ€rke essenziell fĂŒr Europa
"Es geht hier um vitale Interessen Europas", sagte die CDU-Politikerin. Nur mit beidem - militÀrischer und diplomatischer StÀrke - "werden wir das erreichen, was wir wollen, dass Russland den Krieg nicht gewinnt und somit die Ukraine als souverÀner Staat in Frieden und Freiheit eine Zukunft hat".
Hamburgs BĂŒrgermeister Peter Tschentscher nahm vor allem die wirtschaftlichen Folgen in den Blick und kritisierte die Zollpolitik von US-PrĂ€sident Donald Trump. Als Hansestadt liebe Hamburg den internationalen Handel und die Freihandelsabkommen der EuropĂ€ischen Union, sagte der SPD-Politiker. "Was wir nicht so gerne mögen, sind protektionistische Tendenzen und die aktuelle US-Zollpolitik." Das Festmahl stand unter der Ăberschrift "SouverĂ€nitĂ€t Europas in der geopolitischen Zeitenwende".
Matthiae-Mahl gilt als Àltestes Festmahl der Welt
Das Matthiae-Mahl gilt als das Ă€lteste noch gefeierte Festmahl der Welt, soll erstmals 1356 ausgerichtet worden sein. "Der Matthiae-Tag am 24. Februar war der Beginn des GeschĂ€ftsjahres der Kaufleute und damit ein guter Zeitpunkt, bestehende Kontakte zu pflegen und neue Verbindungen zu knĂŒpfen oder - um es mit den Worten von Donald Trump zu sagen - neue Deals einzufĂ€deln", sagte Tschentscher.
Eingeladen werden heute immer ein auslÀndischer und ein deutscher Ehrengast: Im vergangenen Jahr waren EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera sowie die "Wirtschaftsweise" Monika Schnitzer ins Rathaus gekommen.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.

