EU-Staaten, Zulassung

EU-Staaten gegen unbefristete Zulassung von Pestiziden

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 16:02 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die EU-Staaten stellen sich gegen PlÀne der EU-Kommission, die zeitlich unbefristete Zulassung vieler Pflanzenschutzmittel wie Glyphosat zu ermöglichen.

Nur fĂŒr Wirkstoffe und Mittel mit geringem Risiko sollen die regelmĂ€ĂŸigen Neuzulassungen fĂŒr Wirkstoffe abgeschafft werden, wie die Staaten in ihrer gemeinsamen Position fĂŒr die Verhandlungen mit dem Europaparlament festlegten. Mittel wie Glyphosat wĂ€ren davon nicht betroffen - anders als beim Vorschlag der EU-Kommission.

Bislang wird die Zulassung eines aktiven Wirkstoffs in der EU nur fĂŒr begrenzte Zeit erteilt und muss danach neu bewertet werden. Ohne erfolgreiche Erneuerung lĂ€uft die Zulassung aus. Die BrĂŒsseler Behörde hatte im Dezember vorgeschlagen, dass kĂŒnftig alle bis auf die gefĂ€hrlichsten Substanzen unbefristet zugelassen werden könnten. Erneuerungen und gezielte Neubewertungen sollen nach dem Willen der Kommission dann durchgefĂŒhrt werden, wenn es wissenschaftliche GrĂŒnde dafĂŒr gibt.

Staaten fĂŒr lĂ€ngere Zulassung

Die Position der EU-Staaten ist hier strenger, aber sieht trotzdem eine lĂ€ngere Zulassung als bisher vor. Erstzulassungen normaler Wirkstoffe sollen kĂŒnftig auf 15 Jahre befristet werden können (eine VerlĂ€ngerung um fĂŒnf Jahre), bei folgenden Genehmigungen um zehn Jahre auf bis zu 25 Jahre. Um dies auszugleichen, soll die zustĂ€ndige Behörde unter anderem regelmĂ€ĂŸig prĂŒfen, ob es neue wissenschaftliche Erkenntnisse gibt, die fĂŒr eine Neubewertung sorgen sollten.

Die Neuregelung soll Behörden entlasten, die Verfahren vereinfachen und beschleunigen und die europĂ€ische WettbewerbsfĂ€higkeit stĂ€rken. Irlands Landwirtschaftsminister Martin Heydon verwies auf weniger Belastungen fĂŒr Landwirte und Planungssicherheit als Ziel. Gleichzeitig sollen demnach hohe Gesundheits- und Umweltstandards gewahrt werden, "die das Vertrauen unserer BĂŒrgerinnen und BĂŒrger begrĂŒnden". Irland hat derzeit den rotierenden Vorsitz des Rats der EU inne, in dem die Minister der 27 EU-Staaten BeschlĂŒsse fassen.

Bevor Änderungen in Kraft treten, mĂŒssen sowohl die EU-Staaten als auch das EuropĂ€ische Parlament zustimmen. Die Staaten wollen mit den Abgeordneten verhandeln, sobald diese ihre Position verabschiedet haben, und noch in diesem Jahr eine vorlĂ€ufige Einigung finden.

Pestizide sollen lĂ€nger aufgebraucht werden dĂŒrfen

Die Staaten unterstĂŒtzen unter anderem auch den Plan der EU-Kommission, dass Pestizid-Produkte, deren Zulassung endet, kĂŒnftig fĂŒr 3 Jahre verkauft und aufgebraucht werden dĂŒrften - bisher waren es 1,5 Jahre.

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hatte diese Idee mit Blick auf Gesundheits- und Umweltrisiken kritisiert. "Sie verlĂ€ngert vermeidbare Expositionen gegenĂŒber Stoffen, deren Risiken bereits als inakzeptabel eingestuft wurden", begrĂŒndet die Leopoldina ihre EinschĂ€tzung. Die Wissenschaftler Ă€ußerten zudem Bedenken gegen eine unbefristete Wirkstoffgenehmigung.

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