EU und Indien stehen vor historischem Freihandelsabkommen
25.01.2026 - 16:00:13Nach fast zwei Jahrzehnten Verhandlungen steht ein Durchbruch bevor: Die Europäische Union und Indien werden diese Woche in Neu-Delhi ein historisches Freihandelsabkommen unterzeichnen. Das Abkommen markiert eine strategische Neuausrichtung im Zeichen globaler Handelskonflikte.
Die Verhandlungen begannen bereits 2007, wurden 2022 neu gestartet und finden nun ihren Abschluss. Offizielle Bekanntgabe soll beim 16. EU-Indien-Gipfel am Dienstag, dem 27. Januar 2026, erfolgen. Indiens Handelsminister Piyush Goyal bezeichnete das Abkommen bereits als bedeutendsten Handelsvertrag in der Geschichte des Landes.
Die wirtschaftlichen Dimensionen sind gewaltig: Der Warenhandel zwischen den Partnern erreichte im Fiskaljahr 2024/25 bereits rund 136 Milliarden US-Dollar. Die EU ist damit einer der größten Handelspartner Indiens. Das Abkommen soll über 90 Prozent der Zölle abschaffen und diesen Austausch weiter beschleunigen.
Viele Unternehmen planen jetzt, ihre Lieferketten nach Indien auszuweiten – doch formale Fehler bei Zollanmeldungen verzögern Sendungen häufig um Tage oder Wochen. Ein kostenloser Praxis‑Leitfaden zeigt Schritt für Schritt, wie Sie Zollanmeldungen korrekt ausfüllen, typische Fallen umgehen und Ihre Exporte reibungslos abwickeln. Mit Feld‑für‑Feld-Anleitung, Praxisbeispielen und Checklisten – ideal für Exportverantwortliche und Logistikteams. Zollanmeldung: Praxis-Leitfaden jetzt kostenlos herunterladen
Wer profitiert konkret?
Für europäische Unternehmen öffnet sich der riesige indische Konsummarkt. Besonders in bisher umkämpften Sektoren wie Automobilindustrie, Weinen und Spirituosen werden die Zollschranken fallen. Umgekehrt erhalten indische Exporteure zollfreien Zugang zum EU-Binnenmarkt – ein großer Vorteil für arbeitsintensive Branchen wie Textilien, Lederwaren, Edelsteine und Schmuck.
Auch der Dienstleistungssektor kommt nicht zu kurz: Indische Fachkräfte sollen von erleichterten Mobilitätsregeln profitieren. Eine Forderung, die Neu-Delhi seit Beginn der Verhandlungen konsequent vertreten hat.
Geopolitisches Signal gegen Protektionismus
Die Dringlichkeit des Abschlusses hat klare Gründe. Die jüngsten Handelskonflikte mit den USA, wo Indien mit Zöllen bis zu 50 Prozent konfrontiert ist, beschleunigten die Annäherung an Europa. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die am Sonntag in Neu-Delhi eintraf, betonte die Notwendigkeit, Bindungen zwischen demokratischen Partnern zu stärken.
Das Abkommen ist mehr als reine Handelserleichterung – es ist ein geopolitisches Instrument. Die EU will ihre Abhängigkeit von volatilen Märkten verringern, während Indien sich als alternative Produktionsdrehscheibe in westliche Lieferketten integrieren möchte. Ein gemeinsamer Markt von fast zwei Milliarden Menschen entsteht.
Symbolträchtiger Rahmen in Neu-Delhi
Die politische Bedeutung unterstreicht der hochrangige Besuch. Von der Leyen und EU-Ratspräsident Antonio Costa nehmen als Hauptgäste an den Feierlichkeiten zum 77. indischen Republiktag am Montag teil. Ihre Präsenz bei der Parade auf dem Kartavya Path markiert einen symbolischen Höhepunkt der diplomatischen Beziehungen.
Neben dem Freihandelsabkommen stehen weitere Vereinbarungen auf der Agenda: ein Investitionsschutzabkommen, eine Vereinbarung zu geografischen Herkunftsangaben sowie eine vertiefte Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft. Die Gespräche zwischen Premierminister Narendra Modi und der EU-Spitze sollen auch globale Herausforderungen wie Klimawandel und digitale Transformation umfassen.
Was kommt nach der Unterschrift?
Die politische Einigung ist nur der erste Schritt. Bis das Abkommen in Kraft tritt, müssen noch juristische Überprüfungen und Ratifizierungsprozesse folgen. Auf EU-Seite benötigt dies die Zustimmung des Europäischen Parlaments und des Rates – ein Prozess, der Experten zufolge mindestens ein Jahr dauern könnte.
Dennoch herrscht auf beiden Seiten Optimismus. Wirtschaftsverbände begrüßen den Durchbruch und prognostizieren Investitionsschübe und neue Arbeitsplätze. Das Global Trade Research Initiative (GTRI) erwartet sinkende Input-Kosten für indische Hersteller, die europäische Maschinen und Technologie importieren.
In einer Zeit wachsender protektionistischer Tendenzen setzt das EU-Indien-Abkommen ein starkes Zeichen für offene Märkte und regelbasierten Handel. Es beweist: Trotz globaler Handelskonflikte können große Volkswirtschaften gemeinsamen Boden für gegenseitigen Wohlstand finden.
PS: Exportieren Sie nach Indien oder planen Sie Importe aus dem Subkontinent? Dieser kostenlose PDF‑Leitfaden zur Zollanmeldung liefert eine Feld‑für‑Feld-Anleitung, Praxisbeispiele und eine Checkliste, damit Ihre Waren pünktlich durch den Zoll kommen und Liefertermine eingehalten werden. Vermeiden Sie teure Verzögerungen in neuen Handelsbeziehungen. Jetzt kostenlosen Praxis‑Leitfaden zur Zollanmeldung sichern


