Alvarez & Marsal / EuG revolutioniert Vorsteuerabzug: Grundsatzurteil ...
18.02.2026 - 15:03:07 | dpa.deEuG revolutioniert Vorsteuerabzug: Grundsatzurteil setzt Milliarden an LiquiditĂ€t fĂŒr Unternehmen frei N.Y./MĂŒnchen (ots) - Kommentar von Alvarez & Marsal zum aktuellen Urteil der EuropĂ€ischen Gerichtshof
- EuropĂ€ischer Gerichtshof bricht starre Rechnungs-Regeln: Vorsteuerabzug bereits im Leistungsmonat zulĂ€ssig. - Unmittelbarer LiquiditĂ€tsvorteil fĂŒr Unternehmen durch beschleunigten Cashflow. - Alvarez & Marsal Tax: "Das Ende des unnötigen Formalismus bei der Umsatzsteuer."
Das Gericht der EuropĂ€ischen Union (EuG) hat mit einem wegweisenden Urteil (Urteil vom 11.02.2026, Rs. T-689/24) die Spielregeln fĂŒr den Vorsteuerabzug in Europa grundlegend geĂ€ndert. Unternehmen können die Vorsteuer kĂŒnftig deutlich frĂŒher geltend machen, was zu einem unmittelbaren LiquiditĂ€tsschub fĂŒhrt. Das Gericht stellt klar: Das materielle Recht auf Steuerentlastung wiegt schwerer als bĂŒrokratische Belegfristen.
Bisher scheiterte der Vorsteuerabzug im Monat der Leistungserbringung oft an einer formalen HĂŒrde: Lag die Rechnung am letzten Tag des Monats noch nicht physisch vor, musste der Abzug auf den Folgemonat verschoben werden. Im zugrunde liegenden Fall einer polnischen Energie-Verrechnungsstelle verweigerten die Behörden den Abzug im Leistungszeitraum, weil die Rechnungen erst Tage spĂ€ter eintrafen. Der EuG erteilte dieser Praxis nun eine Absage.
Kernaussage des Gerichts: Solange die Leistung erbracht wurde und die Rechnung vorliegt, bevor die SteuererklÀrung abgegeben wird, darf der Abzug im Leistungsmonat erfolgen.
Matthias Luther, Managing Director bei Alvarez & Marsal (A&M) Tax und Steuerexperte kommentiert die Entscheidung des EuGH wie folgt:
"Dieses Urteil ist ein Paukenschlag fĂŒr jede Finanzabteilung. Der EuGH beendet die kĂŒnstliche Verzögerung des Vorsteuerabzug. FĂŒr Unternehmen mit hohen Einkaufsvolumina bedeutet das einen massiven LiquiditĂ€tsvorteil: Das Geld bleibt frĂŒher im Unternehmen, statt als zinsloses Darlehen beim Finanzamt zu liegen."
Die Experten von Alvarez & Marsal sehen drei zentrale Auswirkungen:
1. Optimierter Cashflow: VorsteuerbetrĂ€ge werden bis zu einen Monat frĂŒher erstattet oder mit der Zahllast verrechnet. 2. Zinsvorteile fĂŒr die Vergangenheit: Unternehmen können fĂŒr offenstehende Jahre prĂŒfen, ob durch die neue Zeitrechnung Zinserstattungen geltend gemacht werden können. 3. Weniger Sanktionsrisiken: Der Vorwurf der "falschen Periodenzuordnung", ein Klassiker in BetriebsprĂŒfungen, verliert seine Grundlage, sofern die Rechnung bei Deklaration vorlag.
Handlungsbedarf fĂŒr CFOs
Das Urteil zwingt Unternehmen dazu, ihre Buchhaltungsprozesse (Cut-off-Logik) neu zu bewerten. " Wer jetzt seine IT-Systeme und DeklarationsablĂ€ufe anpasst, sichert sich einen Wettbewerbsvorteil durch höhere Cash-Reserven" , so Luther weiter. "Gleichzeitig sollte das Urteil als strategisches Instrument in jeder laufenden BetriebsprĂŒfung eingesetzt werden, um formale KĂŒrzungen abzuwehren."
Ăber Alvarez & Marsal
Alvarez & Marsal (https://www.alvarezandmarsal.com/de/global-locations/germany) zĂ€hlt seit seiner GrĂŒndung im Jahr 1983 zu den weltweit fĂŒhrenden Unternehmensberatungen. Das Unternehmen genieĂt insbesondere fĂŒr seine Expertise in den Bereichen Leadership, Strategie, Ergebnisverantwortung und Umsetzung höchstes Renommee.
Das Leistungsspektrum von Alvarez & Marsal umfasst Unternehmensberatung, Services zur Optimierung der GeschĂ€ftsentwicklung sowie Turnaround-Management - stets mit praxisnahen, auf die individuellen Anforderungen jedes Mandantenzugeschnittenen Lösungen. GestĂŒtzt auf ein globales Netzwerkerfahrener Industrieexperten, hochkarĂ€tiger und erfahrenden Beraterinnen und Berater - viele mit Board-Level Erfahrung -unterstĂŒtzt Alvarez & Marsal Unternehmen, VorstĂ€nde, Private-Equity-Gesellschaften, Anwaltskanzleien und staatliche Institutionen dabei, Transformationsprozesse zu gestalten, Risiken zu reduzieren und in jeder Wachstumsphase nachhaltigen Wert zu generieren.
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