ROUNDUP, Europa

Europa sucht Ausweg aus Grönland-Konflikt - Trump unbeirrt

12.01.2026 - 14:29:23

Europa sucht einen Ausweg aus dem Konflikt um Grönland - aber US-PrÀsident Donald Trump blockt ab.

Von seinem Besitzanspruch auf die Insel lĂ€sst er sich auch durch VorstĂ¶ĂŸe von Nato-Staaten fĂŒr einen Ausbau der BĂŒndnisprĂ€senz in der Arktis nicht abbringen. An Bord der Air Force One konfrontierte eine Journalistin Trump damit, dass Großbritannien und Deutschland darĂŒber diskutieren, wie die Nato die Arktis besser schĂŒtzen könnte. Das Ă€ndere nichts an seiner EinschĂ€tzung, sagte der US-PrĂ€sident.

Trump machte klar, dass es ihm um langfristigen Besitz von Grönland geht. "Wir sprechen ĂŒber Erwerb, nicht ĂŒber eine Pacht", betonte er mit dem Vokabular eines GeschĂ€ftsmanns.

Der US-PrĂ€sident macht immer wieder deutlich, dass er die offiziell zum Nato-Partner DĂ€nemark gehörende Insel unter Kontrolle der Vereinigten Staaten bringen will - zur Not auch auf "die harte Art und Weise". Er verweist auf die strategische Bedeutung der Insel, eine zuletzt große PrĂ€senz von russischen und chinesischen Schiffen in der Region - und auf die BodenschĂ€tze Grönlands. FĂŒr Beunruhigung sorgen Trumps Aussagen vor allem, weil er militĂ€rischen Zwang nicht ausschließt. Die Insel ist zu vier FĂŒnfteln mit Eis bedeckt und sechsmal so groß wie Deutschland.

Was einige Nato-Staaten vorschlagen

Mehrere Nato-Staaten wie Großbritannien hatten sich zuletzt fĂŒr einen Ausbau der BĂŒndnisprĂ€senz in der Arktis ausgesprochen. Ein Vorschlag sieht Diplomaten zufolge einen Überwachungseinsatz mit dem Namen "Arctic Sentry" (etwa: WĂ€chter der Arktis) vor. Er soll den Amerikanern das Argument nehmen, dass die Sicherheit in der strategisch wichtigen Region nicht ausreichend gewĂ€hrleistet werden kann.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) geht davon aus, dass die USA sich an einer stĂ€rkeren Nato-PrĂ€senz rund um Grönland beteiligen werden. "Wir teilen die amerikanischen Besorgnisse, dass dieser Teil DĂ€nemarks besser geschĂŒtzt werden muss", sagte Merz bei seinem Indien-Besuch. "Wir wollen einfach die Sicherheitslage fĂŒr Grönland gemeinsam verbessern. Und ich gehe davon aus, dass die Amerikaner sich daran auch beteiligen." In welchem Umfang - "das werden die GesprĂ€che der nĂ€chsten Tage und Wochen zeigen", sagte Merz.

Außenminister Johann Wadephul hat gerade erst eine Bereitschaft fĂŒr einen grĂ¶ĂŸeren Beitrag Deutschlands zur militĂ€rischen Sicherheit in der Arktis erklĂ€rt. Die richtigen Antworten mĂŒssten im Nato-Rahmen gefunden werden, sagte der CDU-Politiker, der auf Island einen Zwischenstopp auf dem Weg in die USA einlegte. In Washington steht ein Treffen mit US-Außenminister Marco Rubio auf dem Programm. Trumps Drohungen gegen Grönland dĂŒrften dabei eine wichtige Rolle spielen.

Rubio will sich mit DÀnen und GrönlÀndern treffen

In dieser Woche will sich Rubio mit seinem Amtskollegen Lars LĂžkke Rasmussen aus DĂ€nemark treffen. Auch die grönlĂ€ndische Außenministerin Vivian Motzfeldt nimmt nach eigenen Angaben an dem Treffen teil. Wann genau es stattfindet, wurde noch nicht offiziell bekanntgegeben.

Mehrere US-Senatoren reisen laut dĂ€nischen Medien außerdem zu GesprĂ€chen mit dĂ€nischen und grönlĂ€ndischen Politikern nach Kopenhagen.

DĂ€nemark und Grönland weisen Trumps BesitzansprĂŒche seit Wochen vehement zurĂŒck. Wenn ein Nato-Land ein anderes angreife, dann höre alles auf, hatte DĂ€nemarks Regierungschefin Mette Frederiksen gesagt. Grönland gehört als Teil des Königreichs DĂ€nemark zur Nato. Die Arktisinsel war bis 1953 dĂ€nische Kolonie und ist inzwischen weitgehend autonom. FĂŒr die Sicherheits- und Verteidigungspolitik ist aber weiter DĂ€nemark zustĂ€ndig.

@ dpa.de