EuropÀer nehmen Kampf um Einfluss in der Arktis auf
Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 05:09 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBei einem Gipfeltreffen in der nordfinnischen Stadt Rovaniemi am Polarkreis wollen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und andere Spitzenvertreter mehrerer EU-Staaten heute darĂŒber beraten, wie sich Europas Interessen in der Region sichern lassen. Dabei geht es um neue Schifffahrtsrouten, die durch den klimabedingten RĂŒckgang des arktischen Meereises entstehen, aber auch um unerschlossene Rohstoffvorkommen und Sicherheitsbedrohungen durch militĂ€rische AktivitĂ€ten Russlands und Chinas.
Merz wird bei dem Gipfel von der Krise seiner Kanzlerschaft nach dem Wahldebakel von Sachsen-Anhalt begleitet. Es ist seine erste Auslandsreise nach der Sommerpause, in die er mit seiner viel kritisierten Personalrochade gestartet war. Das Wahldebakel der CDU in Sachsen-Anhalt hat den Druck aus seiner eigenen Partei auf ihn noch einmal deutlich erhöht. Bei den in einer Woche anstehenden Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin geht es auch um seine politische Zukunft.
Die Reise zum Arktis-Gipfel war ihm dennoch wichtig, um ein Zeichen an die EU- und Nato-Partner zu senden, dass sich Deutschland auch in dieser Region engagiert - vor allem unter sicherheitspolitischen Gesichtspunkten.
Denn in dieser Hinsicht ist die Arktis Deutschland viel nÀher als man denkt. "Die Arktis kann als Sicherheitsraum inzwischen nicht mehr von Europa und der Ostsee abgetrennt werden", sagt der Nordeuropa- und Sicherheitsexperte Tobias Etzold. Deshalb sind zu dem Gipfel etwa auch Staats- und Regierungschefs aus dem Baltikum eingeladen, um ihre Erfahrungen zu teilen.
Ebenfalls erwartet wird die dĂ€nische MinisterprĂ€sidentin Mette Frederiksen, die sich mit BesitzansprĂŒchen von US-PrĂ€sident Donald Trump auf Grönland konfrontiert sieht. Trump argumentiert, dass DĂ€nemark die riesige Arktisinsel nicht vor Russland und China schĂŒtzen könne. Das weitgehend autonome, aber zum Königreich DĂ€nemark gehörende Territorium ist wegen seiner militĂ€rstrategischen Lage, aber auch wegen der dort vermuteten BodenschĂ€tze interessant.
