EuropĂ€ischer Gaspreis steigt erstmals seit 2022 ĂŒber 90 Euro
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 14:06 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer richtungweisende Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat stieg am Dienstag an der Börse in Amsterdam erstmals seit Ende 2022 ĂŒber 90 Euro je Megawattstunde (MWh) auf 90,15 Euro. Das sind ĂŒber zwei Prozent mehr als am Vortag. Zuletzt hat der Gaspreis mehrfach mehrjĂ€hrige HöchststĂ€nde erreicht.
Seit Beginn des Monats geht es mit dem Gaspreis tendenziell nach oben. In dieser Zeit hat sich der Rohstoff um ein Viertel verteuert. Seit Beginn des Jahres hat sich der Preis fĂŒr europĂ€isches Erdgas in etwa verdreifacht. Zuletzt war er zu Beginn des Ukraine-Kriegs stark gestiegen, wobei die Notierungen damals noch viel höher bis auf ĂŒber 300 Euro je MWh gesprungen waren.
Der jĂŒngste Anstieg beim Preis fĂŒr Erdgas erhöht allerdings den Druck auf Verbraucher und Industrie. Als wesentlicher Preistreiber gelten Angriffe auf Handelsschiffe in der StraĂe von Hormus und auch das verstĂ€rkte AuffĂŒllen der Gasspeicher vor dem Winter. Zuletzt hatte die iranischen Revolutionsgarden Explosionen an zwei Ăltankern in der fĂŒr die Lieferung von Energierohstoffen wichtigen Meerenge gemeldet. Eine Kollision mit Seeminen, die im SĂŒden der Meerenge verlegt worden waren, habe demnach die Tanker in der vergangenen Nacht in Brand gesetzt. Die Revolutionsgarden bezeichneten die Passage der Meerenge erneut als illegal und warnten vor einer Durchfahrt.
Hinzu kommt, dass mit Deutschland die gröĂte europĂ€ische Volkswirtschaft bemĂŒht ist, die Gasreserven vor dem Winter zu erhöhen. Im vergangenen Monat wurde das staatliche Unternehmen SEFE Securing Energy for Europe angewiesen, zusĂ€tzliches Gas fĂŒr die SpeicherbestĂ€nde zu beschaffen. Dies hat die Preise zusĂ€tzlich gestĂŒtzt. Die deutschen Gasspeicher sind zu gut 61 Prozent gefĂŒllt - zum Vergleich: Vor einem Jahr hatte der Speicherstand noch bei etwa 75 Prozent gelegen.
