Europa Schluss: Verluste verringert - Sorgen im Finanzsektor
17.10.2025 - 18:12:07KrĂ€ftigen EinbuĂen im Finanzsektor standen etwas beruhigende Aussagen von US-PrĂ€sident Donald Trump im Handelsstreit mit China gegenĂŒber.
Der EuroStoxx 50 EU0009658145 schloss mit minus 0,79 Prozent auf 5.607,39 Punkte. Damit ergibt sich auf Wochensicht fĂŒr den Leitindex der Eurozone ein Plus von 1,4 Prozent. AuĂerhalb des Euroraums sank am Freitag der Schweizer SMI CH0009980894 um 0,45 Prozent auf 12.644,49 Punkte. Der britische FTSE 100 GB0001383545 gab um 0,86 Prozent auf 9.354,57 Punkte nach.
Trump sagte, dass der neue Zollsatz auf China-Importe "nicht nachhaltig" sei. FĂŒr die Wirtschaft sei das nicht tragfĂ€hig. Sein Plan könne aber dennoch aufgehen, so der Republikaner in einem GesprĂ€ch mit dem US-Fernsehsender Fox News weiter, das der Sender vorab veröffentlichte.
Schlechte Nachrichten von US-Regionalbanken drĂŒckten auf die Stimmung im Finanzsektor. Zwei US-Institute hatten am Vortag mitgeteilt, möglicherweise Opfer von Kreditbetrug im Zusammenhang mit notleidenden Immobilienfonds geworden zu sein. Das lieĂ bei Anlegern Sorgen ĂŒber möglicherweise insgesamt zu laxe Kreditstandards kleinerer US-Banken aufkommen. Der Finanzsektor in Europa konnte sich diesen Bedenken nicht entziehen, auch wenn Experten mahnten, die Probleme nicht auf den gesamten Sektor zu extrapolieren.
Andere US-Regionalbanken beruhigten vor dem Wochenende etwas die GemĂŒter, indem sie ĂŒber niedrigere RĂŒckstellungen fĂŒr KreditausfĂ€lle als von Analysten erwartet berichteten und teils starke GeschĂ€ftszahlen veröffentlichten. Banken, Versicherer und Finanzdienstleister gehörten am Freitag in Europa dennoch zu den gröĂten Verlierern.
Schwergewichte wie BNP Paribas FR0000131104 oder UBS CH0244767585 fielen um 4 beziehungsweise 3,2 Prozent. Ausnahme waren die Aktien der spanischen BBVA ES0113211835. Diese legten um 6 Prozent zu, nachdem die Ăbernahme der heimischen Konkurrentin Banco Sabadell ES0113860A34 gescheitert war.
Zuflucht suchten Anleger bei defensiven Werten. Der schon am Vortag starke Nahrungsmittel- und GetrÀnkesektor legte erneut deutlich zu, auch Telekomaktien tendierten besser als der Gesamtmarkt.
Novo Nordisk DK0062498333 rutschten um 6,4 Prozent ab. Die Aktien des Herstellers von PrĂ€paraten zur Gewichtsreduktion reagierten damit auf Aussagen von US-PrĂ€sident Trump, wonach der Preis fĂŒr eine Monatsration des Abnehmmittels Ozempic von Novo Nordisk auf 150 Dollar fallen dĂŒrfte. Derzeit liegt der Preis in den USA bei rund 1.000 Dollar.
Im Fahrzeugsektor standen Aktien von Volvo SE0000115446 mit minus 7,8 Prozent unter Druck. Der schwedische Lkw-Bauer hatte im dritten Quartal wegen der US-Zölle einen UmsatzrĂŒckgang hinnehmen mĂŒssen und deutlich weniger verdient. Das Management rechnet zudem damit, dass die Unsicherheit wegen der Zollpolitik der US-Regierung die Nachfrage in Nordamerika auch im kommenden Jahr belasten wird.
RĂŒstungsaktien litten unter Gewinnmitnahmen. Rheinmetall DE0007030009 waren mit minus 6,4 Prozent im EuroStoxx das Schlusslicht. Donald Trump will sich nach der Besiegelung einer Waffenruhe im Nahen Osten nun dem Ukraine-Krieg zuwenden. Aktuell ist der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj zu GesprĂ€chen in Washington. Mit dem russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin will sich Trump in KĂŒrze in Budapest treffen.
Es gab aber auch positive Nachrichten. So hatte der Brillenkonzern EssilorLuxottica FR0000121667 im dritten Quartal mehr erlöst als gedacht. Anleger waren begeistert und hievten die Papiere auf ein Rekordhoch. Mit groĂem Abstand an der EuroStoxx-Spitze beendeten EssilorLuxottica den Handel 13 Prozent höher.

