Aktien Europa: Neue Zuspitzungen in Nahost verschrecken die Anleger
20.04.2026 - 11:50:00 | dpa.deErneut rĂŒckten die starken Spannungen zwischen den Konfliktparteien Iran und USA in den Fokus, denn die vor dem Wochenende versprochene Ăffnung der StraĂe von Hormus bis zum Ende der Waffenruhe am Mittwoch wĂ€hrte nur einen Tag.
Zudem lehnt die iranische FĂŒhrung laut einem Bericht der Staatsagentur Irna eine zweite GesprĂ€chsrunde mit US-Vertretern ab und verwies neben der Blockade iranischer HĂ€fen durch die USA auf ĂŒbertriebene Forderungen und einen stĂ€ndigen Kurswechsel der USA. Die Ălpreise stiegen wieder deutlich.
"Die Nahostkrise hat die MĂ€rkte mehr denn je wieder voll im Griff", hieĂ es in den "MuĂler-Briefen" an diesem Tag. Dabei sei nicht nur das, was US-PrĂ€sident Donald Trump sage, oft widersprĂŒchlich und nicht glaubwĂŒrdig, sondern auch das, was aus dem Iran komme. Zwar erwartet Herausgeber und Redakteur Marcel MuĂler fĂŒr die AktienmĂ€rkte derzeit keinen Absturz, aber aktuell auch "noch keine neue gute Kaufgelegenheit ".
Der EuroStoxx 50 EU0009658145, der Leitindex der Euroregion, bĂŒĂte am spĂ€teren Vormittag 1,4 Prozent auf 5.972,60 Punkte ein. AuĂerhalb des Euroraums verlor der Schweizer SMI CH0009980894 1,5 Prozent auf 13.228 ZĂ€hler. Der britische FTSE 100 GB0001383545 gab mit minus 0,6 Prozent auf 10.600 Punkte etwas moderater nach, da ihm zahlreiche Ăl- und Versorgerwerte angehören, die den Index stĂŒtzten.
So war die europĂ€ische Ăl- und Gasbranche die einzige mit einem sehr krĂ€ftigen Plus, gefolgt von moderaten Gewinnen der Versorger und der defensiven Telekombranche. Ăl- und Versorgeraktien wie Eni IT0003132476, Totalenergies FR0000120271, Iberdrola ES0144580Y14 und Enel IT0003128367 legten im EuroStoxx angesichts der steigenden Ălpreise als Indexfavoriten zwischen 2,0 und etwas mehr als 3 Prozent zu. In London gewannen BP GB0007980591, Shell GB00BP6MXD84, SSE GB0007908733, United Utilities GB00B39J2M42, National Grid GB00BDR05C01 zwischen 0,5 und etwas mehr als 3 Prozent.
Dagegen waren Aktien aus dem Banken-, Auto- und Reisesektor die krÀftigsten Verlierer. Hier zeigten sich etwa Unicredit IT0005239360 mit minus 4,5 Prozent am EuroStoxx-Ende besonders schwach nach sehr krÀftigen Gewinnen am Freitag. BBVA ES0113211835 verloren dort 2,6 Prozent und Santander ES0113900J37 2,5 Prozent.
UBS CH0244767585 hielten sich im SMI mit minus 1,8 Prozent etwas besser. Die britische Investmentbank Barclays stufte in einer Branchenanalyse die Aktie von "Underweight" auf "Equal Weight" hoch. Flora Bocahut setzt zwar vor allem auf die neu zum Kauf empfohlene Aktie von Julius BĂ€r CH0102484968, sieht aber auch bei der UBS ein verbessertes VerhĂ€ltnis zwischen Chancen und Risiken. Die Expertin ist recht optimistisch hinsichtlich der Kapitalanforderungen, die vermutlich am 22. April festgelegt werden. Zudem seien die Risiken fĂŒr die Integration der Credit Suisse gesunken und die Bewertung der Aktie inzwischen weniger ambitioniert.
Astrazeneca GB0009895292, die um 1,0 Prozent nachgaben, hielten sich ebenfalls besser als der Gesamtmarkt. Der Pharmakonzern teilte mit, er habe mit dem Lungenmittel Tozorakimab in seiner zulassungsrelevanten Phase-III-Studie die Endpunkte erreicht hat. So hieà es, dass durch das Mittel eine signifikante Verringerung der jÀhrlichen Rate plötzlicher Krankheitsverschlimmerungen bei Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) erreicht worden sei.
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