Aktien Europa: Markt sortiert sich nach US-Wahl - Ahold und Novo Nordisk stark
06.11.2024 - 12:12:18 | dpa.deSie folgten damit den deutlich steigenden US-Futures. "Aktuell deuten die Wahlergebnisse auf einen 'Red Sweep' hin, also eine Eroberung sowohl des PrĂ€sidentenamtes als auch beider Kammern des Kongresses durch die Republikaner", stellte Robert Greil, Chefstratege bei Merck Finck fest. Bewahrheite sich diese Aussicht, wĂŒrde diese Donald Trump aus seiner Sicht ermöglichen, mehr von seinem Programm, einschlieĂlich fiskalischer MaĂnahmen wie Steuersenkungen, umzusetzen als er es wĂ€hrend seiner ersten Amtszeit konnte.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 gewann am spÀten Vormittag 0,85 Prozent auf 4.911,53 Punkte. Der Schweizer Leitindex SMI CH0009980894 stieg um 1,65 Prozent auf 12.062,64 Punkte, wÀhrend der britische FTSE 100 GB0001383545 um 1,38 Prozent auf 8.284,92 ZÀhler zulegte.
Mögliche negative Folgen blendeten die MĂ€rkte zumindest teilweise aus. "WĂ€hrend Trump in seiner Siegesrede das 'goldene Zeitalter' Amerikas ankĂŒndigt, dĂŒrfte man sich in den FĂŒhrungsetagen so mancher Exporteure in Europa und China nicht ganz so optimistische Gedanken ĂŒber eine sich nun verĂ€ndernde Welt machen, was die Handelsbeziehungen mit der gröĂten Volkswirtschaft angeht", mahnte Kapitalmarktstratege JĂŒrgen Molnar vom Broker RoboMarkets.
Allerdings warnten Marktexperten davor, die Bedeutung der US-Wahlen fĂŒr den weiteren Kurs der AktienmĂ€rkte zu stark zu gewichten. "Mittel- bis langfristig wird die US-Politik auch in den kommenden Jahren nicht der nachhaltig bestimmende Faktor fĂŒr die FinanzmĂ€rkte sein", betonte Eckhard Schulte, Leiter der Vermögensverwaltung MainSky Asset Management. "Der Fokus bleibt auf den Unternehmensgewinnen, Margen und schlieĂlich den unter anderem durch die Geldpolitik bestimmten Bewertungen."
Dies zeigte sich bereits am Handelstag. So waren es nicht die US-Wahlen, sondern neue Zahlen von Novo Nordisk DK0060534915, die den Pharmasektor zur stĂ€rksten Einzelbranche machten. Der dĂ€nische Pharmakonzern macht demnach weiterhin gute GeschĂ€fte mit seinen wichtigsten Kassenschlagern, den Diabetesmitteln und Gewichtssenkern Ozempic und Wegovy. Der Gewinn kletterte unter dem Strich um gut ein FĂŒnftel auf 27,3 Milliarden dĂ€nische Kronen. Damit schlug sich der Konzern besser, als es Analysten erwartet hatten. Der teuerste europĂ€ische Einzelwert zog um 7,5 Prozent an.
Auch beim zweiten AusreiĂer, der Aktie von Ahold Delhaize NL0011794037, waren die Quartalszahlen ausschlaggebend. Der niederlĂ€ndische Supermarktbetreiber hatte im dritten Quartal etwas besser abgeschnitten als erwartet worden war. Das Management hatte zudem seine Jahresziele bestĂ€tigt und fĂŒr kommendes Jahr die FortfĂŒhrung des AktienrĂŒckkaufprogramms angekĂŒndigt. Die Aktie gewann 5,9 Prozent.
Gut kamen auch die Zahlen des britischen EinzelhÀndlers Marks & Spencer GB0031274896 an. Besser als erwartete Gewinnen trieben die Aktie um 7,7 Prozent nach oben.
Durchwachsener war die Lage im Bankensektor. WĂ€hrend Unicredit IT0005239360 kaum verĂ€ndert tendierten, verloren Credit Agricole FR0000045072 fĂŒnf Prozent. Die italienische GroĂbank hatte im dritten Quartal erneut die Erwartungen ĂŒbertroffen. Zudem hatte Unicredit-Chef Andrea Orcel abermals die Prognosen fĂŒr das laufende Jahr erhöht. Nach dem starken Lauf mit einer Vervierfachung des Kurses seit 2022 gab es aber nicht mehr allzu viel RĂŒckenwind. Bei dem französischen Institut sprachen die Analysten von RBC dagegen von einem durchwachsenen Zahlenwerk.
Am Ende des Feldes lagen die Autowerte. "Hofften auch die deutschen Autobauer bis zuletzt auf einen Sieg der Demokraten, dĂŒrften fĂŒr sie nun noch hĂ€rtere Zeiten anbrechen", merkte Molnar dazu an. BMW DE0005190003 sackten nach einem Gewinneinbruch im dritten Quartal um 6,5 Prozent ab. Auch Mercedes DE0007100000 und VW DE0007664039 schwĂ€chelten.
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