Europa Schluss: Uneinheitlich - Britische Börse mit Rekordhoch
29.04.2024 - 18:20:42Der wichtige britische Index FTSE 100 GB0001383545 schaffte es dabei sogar auf ein weiteres Rekordhoch. Doch insgesamt herrschte vor dem Feiertag am Mittwoch und der ebenfalls zur Wochenmitte anstehenden Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed sowie zahlreichen Quartalsbilanzen auf beiden Seiten des Atlantiks ZurĂŒckhaltung.
Belastend fĂŒr die Börsen der Euroregion war, dass sich die Wirtschaftsstimmung in dieser WĂ€hrungszone im April ĂŒberraschend eintrĂŒbte. Ăkonomen hatten mit einer Aufhellung gerechnet. AuĂerdem stand die Inflationsentwicklung in Deutschland und Spanien im Blick. WĂ€hrend sie hierzulande auf dem MĂ€rz-Niveau verharrte, zog sie in Spanien wie erwartet leicht an.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145, der im frĂŒhen Handel noch leicht zugelegt hatte, schloss mit minus 0,51 Prozent bei 4981,09 Punkten am Tagestief. Der französische Cac 40 FR0003500008, der am Nachmittag in die Verlustzone gedreht war, sank letztlich um 0,29 Prozent auf 8065,15 ZĂ€hler. In London schloss der FTSE 100, auch "Footsie" genannt, nach einer Bestmarke bei knapp unter 8200 Punkten 0,09 Prozent höher auf 8147,03 ZĂ€hler.
Unter den Einzelwerten in Europa zog vor allem die Aktie von Philips NL0000009538 die Aufmerksamkeit auf sich. Sie sprang um fast 30 Prozent nach oben. Der Medizintechnikkonzern einigte sich mit der US-Justiz auf einen milliardenschweren Vergleich im Zusammenhang mit fehlerhaften BeatmungsgerĂ€ten fĂŒr die Schlaftherapie. Damit sollen eine anhĂ€ngige Sammelklage sowie Einzelklagen von GeschĂ€digten beigelegt werden, teilten die NiederlĂ€nder mit.
Einen Sprung um fast 20 Prozent nach oben machte die Aktie des schwer angeschlagenen IT-Dienstleisters Atos FR0000051732. Mehr als eine Stabilisierung nach dem jĂŒngst rekordtiefen Niveau war das jedoch nicht. Der hoch verschuldete französische Konzern benötigt weiteres Geld und da Atos eine wichtige Rolle in Sachen Cybersicherheit spielt, springt nun der französische Staat bei. Er will Unternehmensteile ĂŒbernehmen. Zuletzt war ein GeschĂ€ft zwischen Atos und Airbus NL0000235190 gescheitert. Der Flugzeugbauer hatte zeitweise Interesse am Cybersicherheits- und DatengeschĂ€ft, sich dann aber zurĂŒckgezogen.
Unter den groĂen Konzernen im EuroStoxx stand das Papier von BBVA ES0113211835 im Fokus. Die hohen Zinsen hatten der spanischen GroĂbank zum Jahresstart ĂŒberraschend viel Gewinn beschert. Das sorgte zunĂ€chst fĂŒr Kursgewinne. Doch letztlich kamen die Papiere an ihren erst Anfang des Monats erreichten höchsten Stand seit etwas mehr als 14 Jahren nicht mehr heran und gaben schlieĂlich um 0,8 Prozent nach.
Spitzenreiter im wichtigsten schweizerischen Index war der Anteilschein des Versicherers Zurich CH0011075394 mit plus 1,0 Prozent. Die US-Investmentbank Bank of America stufte die Aktie auf "Neutral" hoch und hob auch das Kursziel an. Die Kennziffern der europĂ€ischen Versicherer dĂŒrften insgesamt stabil ausfallen, erwartet Analyst Andrew Sinclair. Positive Marktentwicklungen sollten die SolvabilitĂ€tsquoten gesteigert haben. Zu Zurich im Speziellen schrieb er, dass sich die Aktie trotz zuletzt starker GeschĂ€ftszahlen im laufenden Jahr unterdurchschnittlich entwickelt habe.

