Eutelsat Aktie: Auftragsbestand bei 3,4 Milliarden Euro
30.05.2026 - 19:38:00 | boerse-global.deDer SpaceX-Börsengang hat den europäischen Satellitensektor in einen Rausch versetzt — und Eutelsat Communications war die Aktie, die am stärksten davon profitierte. Innerhalb weniger Handelstage verdoppelte sich der Kurs nahezu. Am Freitag folgte die Ernüchterung: ein Tagesverlust von fast zwölf Prozent.
Sektorweite Welle erfasst Eutelsat
Als SpaceX Mitte Mai seine Börsengang-Unterlagen einreichte, reagierten europäische Raumfahrt- und Satellitenwerte sofort. Eutelsat sprang am 21. Mai um rund zehn Prozent, OHB kletterte etwa zwölf Prozent, SES legte rund 3,5 Prozent zu. Eine zweite Kaufwelle folgte am 26. Mai — Eutelsat schoss an diesem Tag weitere 20 Prozent nach oben auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr.
Das Argument hinter dem Kaufrausch: Was möglicherweise der größte Börsengang der Geschichte wird, könnte institutionelle Investoren tiefer in den gesamten Raumfahrtsektor ziehen — und dabei auch die vergleichsweise günstig bewerteten europäischen Satellitenbetreiber neu bewerten. ODDO-BHF-Analyst Stéphane Beyazian brachte es auf den Punkt: „Einige Investoren haben Appetit auf Exposure in diesem Segment und hoffen auf eine mögliche Neubewertung europäischer Bewertungen." Andres Sheppard von Cantor Fitzgerald schrieb in einer Kundenmitteilung, der SpaceX-Börsengang lenke mehr Investoren und Aufmerksamkeit auf gut positionierte Unternehmen der Branche.
Operative Zahlen stützen die Fantasie — teilweise
Eutelsat liefert zumindest einen fundamentalen Anker. Im dritten Quartal 2026 stiegen die Umsätze auf 293 Millionen Euro, ein Plus von 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Konnektivitätssegment, angetrieben von LEO-Lösungen, wuchs um 65 Prozent. Der Auftragsbestand beläuft sich auf 3,4 Milliarden Euro — das entspricht 2,8 Jahren gesicherter Umsätze, wobei Konnektivität bereits 58 Prozent des Backlogs ausmacht. Ferner schloss das Unternehmen eine umfassende Refinanzierung ab, darunter eine Anleiheemission von 1,5 Milliarden Euro als Teil eines 5-Milliarden-Euro-Programms.
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Auf der anderen Seite brachen die Videoerlöse um 13,3 Prozent ein — Sanktionen und Vertragskündigungen hinterlassen strukturelle Spuren, die kein Börsengangfieber wegwischt.
Bewertung weit vor den Analysten
Seit Jahresbeginn hat die Aktie über 120 Prozent zugelegt. Der aktuelle Kurs von 3,95 Euro liegt rund 49 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt — ein Niveau, das historisch auf überdehnte Kurzfristbewertungen hindeutet. Der RSI von 21 signalisiert nach dem Freitagseinbruch technisch überverkaufte Zustände.
Kein einziger Analyst empfiehlt die Aktie zum Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 2,49 Euro — also rund 37 Prozent unter dem aktuellen Kurs. Eric Sterner, Investmentchef bei Apollon Wealth Management, warnt: Viele dieser Unternehmen seien unrentabel, und ihre Bewertungen bereits ambitioniert.
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Den nächsten konkreten Gradmesser liefert Eutelsat im August 2026 mit den Jahreszahlen. Bis dahin dürfte die Aktie vor allem eines bleiben: ein Vehikel für SpaceX-Fantasie — mit allem, was dazugehört.
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