Experten: Rentendauer ab 65 wird unterschÀtzt
Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 10:08 Uhr | dpa, AD HOC NEWSSchlieĂlich ist sie ein Anhaltspunkt fĂŒr die Rentendauer. Aber wie gut trifft dieser statistische Wert die spĂ€tere Wirklichkeit? Das haben Forscher des Bundesinstituts fĂŒr Bevölkerungsforschung (BiB) in Wiesbaden analysiert.
"Unsere Studie zeigt, dass die Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren tendenziell die durchschnittlich verbleibende Lebensdauer unterschĂ€tzt", sagt Sebastian KlĂŒsener, Forschungsdirektor am BiB. "Allerdings betrĂ€gt die UnterschĂ€tzung selten mehr als zehn Prozent, und die Schwankungen ĂŒber die Zeit sind nicht sehr hoch." Die Lebenserwartung im Alter 65 sei damit belastbar genug, um als BezugsgröĂe fĂŒr eine mögliche Kopplung des Renteneintrittsalters dienen zu können.
Zugewinne machen sich vor allem bei Ăber-70-JĂ€hrigen bemerkbar
Die verbleibende statistische Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren betrĂ€gt aktuell 21,2 Jahre fĂŒr Frauen und 18,2 Jahre fĂŒr MĂ€nner. Rechnerisch wĂŒrde ein 65-JĂ€hriger damit im Durchschnitt 83,2 Jahre alt, eine 65-JĂ€hrige 86,2 Jahre. "TatsĂ€chlich werden die aktuell 65-JĂ€hrigen aber voraussichtlich ein höheres Alter erreichen, denn Zugewinne bei der Lebenserwartung machen sich heute vor allem bei Menschen ĂŒber 70 Jahren bemerkbar", erklĂ€ren die BiB-Forscher.
Die Wissenschaftler haben ĂŒber die Jahre 1960 bis 2025 untersucht, wie sich der Unterschied zwischen Lebenserwartung und tatsĂ€chlicher Lebensdauer entwickelt hat. "In den letzten Jahrzehnten haben 65-JĂ€hrige im Durchschnitt fast durchgehend lĂ€nger gelebt, als die zum Renteneintritt ermittelte Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren auswies", sagt Michael MĂŒhlichen, wissenschaftlicher Mitarbeiter am BiB.
Medizinischer Fortschritt lÀsst Menschen Àlter werden
Besonders deutlich werde die durchschnittlich bestehende LĂŒcke bei den JahrgĂ€ngen, die zwischen 1980 und 2003 den 65. Geburtstag erreicht haben. Mit einem Plus von 1,5 bis 2 Jahren hatten sie die höchsten Zugewinne, was damals vor allem mit den erheblichen medizinischen Fortschritten in der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammenhing, wie aus der Analyse hervorging. Auch fĂŒr diejenigen Menschen, die aktuell in Rente gehen, sei laut den offiziellen Vorausberechnungen des Statistischen Bundesamts mit Zugewinnen zu rechnen, die bis zu zwei Jahren betragen dĂŒrften./löb/DP/jha
