Factify sammelt 73 Millionen für den PDF-Nachfolger
28.01.2026 - 16:25:12Ein israelisches Startup will mit einem neuen Dokumenten-Standard das allgegenwärtige PDF-Format ablösen – und hat dafür ein Rekord-Startkapital eingesammelt. Die Mission: Vertrauen und Kontrolle in die Ära der KI bringen.
Tel Aviv, 28. Januar 2026 – Das PDF ist überall, aber auch veraltet. Diese Überzeugung treibt das israelische Startup Factify an, das heute eine außergewöhnlich hohe Startfinanzierung von 73 Millionen Euro bekannt gab. Das Unternehmen will den digitalen Dokumentenmarkt fundamental umkrempeln und das statische PDF durch intelligente, KI-native Dokumente ersetzen. Die Finanzierungsrunde unter Führung von Valley Capital Partners zeigt das massive Interesse an einer neuen Infrastruktur für das KI-Zeitalter.
Zu den prominenten Investoren zählen John Giannandrea, ehemaliger KI-Chef bei Google und heutiger Apple-Vizepräsident für KI, sowie der Investmentbank-Gründer Ken Moelis. „Die Art, wie wir mit Dokumenten umgehen, ist noch im letzten Jahrhundert stecken geblieben“, sagt Factify-Gründer und CEO Matan Gavish. „Während KI-Agenten immer mehr Aufgaben übernehmen, fehlt es an einer vertrauenswürdigen Grundlage.“
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Vom statischen File zur intelligenten Infrastruktur
Die Vision des Unternehmens heißt „Document-as-Infrastructure“. Statt eines passiven Containers für Text und Bilder wird jedes „factifizierte“ Dokument zu einem intelligenten, selbstverwalteten Datensatz. Es trägt seine eigene Identität, Zugriffskontrollen, Versionshistorie und Automatisierungslogik in sich. Der entscheidende Unterschied: Die Governance ist nicht in externen Systemen, sondern direkt im Dokument eingebettet.
Das schafft eine durchgängige Audit-Trail, egal wo das Dokument geteilt oder gespeichert wird. Für KI-Systeme, die Verträge prüfen oder Genehmigungen einholen sollen, wird so eine verlässliche „Single Source of Truth“ geschaffen. „Ein PDF ist wie digitalisiertes Papier – passiv und stumm. Unsere Dokumente sind für Maschinen gemacht, um darauf zu vertrauen und zu handeln“, erklärt Gavish.
Fokus auf Banken, Recht und Versicherungen
Das frische Kapital fließt in die Produktentwicklung und die Expansion in die USA, mit Pittsburgh als geplantem Drehkreuz. Zunächst adressiert Factify stark regulierte Branchen wie Bankwesen, Rechtsdienstleistungen, Versicherungen und Personalabteilungen. Hier sind Dokumentenintegrität und lückenlose Nachverfolgbarkeit existenziell.
Erste Anwendungsfälle zeigen das Potenzial: Anwaltskanzleien nutzen die Plattform, um Geheimhaltungsvereinbarungen zu managen und den Zugriff auf sensible Daten innerhalb einer Datei granular zu steuern. Betriebsteams automatisieren Prozesse wie die Lieferantenfreigabe direkt im Dokument – und umgehen so den fragmentierten Workflow aus E-Mails, Cloud-Ordnern und isolierten Tools.
Kann das PDF wirklich abgelöst werden?
Die Herausforderung ist gewaltig. Geschätzte drei Billionen PDFs zirkulieren weltweit, das Format ist tief in jedem Geschäftsleben verwurzelt. Doch genau hier sieht Factify seine Chance. „Der Aufstieg der KI hat die fundamentalen Schwächen des PDFs offengelegt“, so Gavish. „Das ist eine Generationen-Chance, ein neues Standardformat zu etablieren.“
Während Konkurrenten, darunter auch PDF-Erfinder Adobe, ihren Produkten KI-Funktionen hinzufügen, hält Factify dies für einen halbherzigen Ansatz. „AI-on-top reicht nicht. Man muss das Dokument selbst neu denken, wenn automatisierte Systeme zu wichtigen Akteuren werden“, betont der Gründer. Der Markt für Dokumentenmanagement ist riesig, doch echte Disruption blieb bisher aus. Factifys Ansatz könnte einen ähnlich grundlegenden Wandel einläuten wie einst der Übergang von lokalen Servern zur Cloud.
Die Mission ist klar: Nicht nur ein besseres Dokument zu bauen, sondern eine vertrauenswürdige Grundlage für die Zukunft automatisierter Geschäftsprozesse. Ob es gelingt, den Titanen PDF zu entthronen, wird sich an der Akzeptanz in den Chefetagen der Konzerne entscheiden.
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