Umfrage, Vermögende

Umfrage: Vermögende sollten mehr zahlen

10.03.2026 - 12:13:01 | dpa.de

Fast drei von vier Menschen in Deutschland möchten laut einer Umfrage, dass Menschen mit sehr hohen Vermögen stÀrker zur Finanzierung des Sozialstaats herangezogen werden.

73 Prozent befĂŒrworten dies, 19 Prozent lehnen es ab, wie aus der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov hervorgeht. SozialverbĂ€nde und Gewerkschaften hatten die Umfrage vor dem Hintergrund anhaltender Sozialstaatsdebatten in Auftrag gegeben.

Die PrÀsidentin des Sozialverband VdK Deutschland, Verena Bentele, sagte in Berlin: "Wir stellen uns all jenen entgegen, die unseren Sozialstaat als zu teuer diffamieren." Verdi-Chef Frank Werneke zÀhlte bestehende Schutzgesetze bei Arbeitszeit und Gesundheit auf: "Praktisch alles wird angegriffen."

Klare Mehrheit gegen ArbeitszeitplÀne

UnpopulĂ€r sind nach dieser Umfrage die PlĂ€ne der Koalition, die tĂ€gliche Höchstarbeitszeit durch eine Wochenarbeitszeit zu ersetzen. 56 Prozent lehnen die PlĂ€ne ab, 35 Prozent befĂŒrworten sie. Die Gewerkschaften hatten vor einem "Ende des Acht-Stunden-Tags" gewarnt, die CSU hatte mit Blick auf die Koalitionspartner zuletzt die Umsetzung der PlĂ€ne in diesem Jahr verlangt. Das Vorhaben war im Koalitionsvertrag mit dem Ziel steigender FlexibilitĂ€t vereinbart worden.

Ansichten zu Kitas und Mieten

71 Prozent der erwachsenen BundesbĂŒrgerinnen und -bĂŒrger sagen, Kitas, Pflege- und Sozialeinrichtungen seien personell nicht so ausgestattet, dass sie ihre Aufgaben gut erfĂŒllen könnten. 91 Prozent sagen, der Staat solle mehr dafĂŒr tun, dass es bezahlbaren Wohnraum fĂŒr alle gebe. 77 Prozent sind der Umfrage zufolge fĂŒr eine "strikte Gleichbehandlung" von privat und gesetzlich Versicherten bei der Vergabe von Arztterminen.

BUND: HeizplÀne in Koalitionsausschuss Àndern

Die Umweltschutzorganisation BUND forderte von Union und SPD eindringlich eine Korrektur ihrer HeizungsplĂ€ne in einem am Mittwoch geplanten Koalitionsausschuss. "Über die HĂ€lfte der Menschen in Deutschland wohnt in Mietwohnungen", sagte BUND-GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Verena Graichen. Sie brĂ€uchten "unbedingt" ein soziales und ökologisches Gesetz. Nun gebe es die Chance zur Korrektur, sagte Graichen mit Blick auf das vorgesehene Spitzentreffen im Kanzleramt.

Die Koalition wolle das GebĂ€udemodernisierungsgesetz ausgerechnet zurĂŒckdrehen, wĂ€hrend Öl und Gas infolge des Iran-Kriegs immer teurer wĂŒrden, sagte Graichen. Nach den PlĂ€nen sollen Immobilienbesitzer doch weiter Öl- und Gasheizungen in ihre WohnhĂ€user einbauen dĂŒrfen. Der BUND warnt, steigende Öl- und Gasrechnungen mĂŒssten kĂŒnftig dann die Mieterinnen und Mieter bezahlen.

"20 Millionen Stimmen"

Die Initiative gegen Sozialabbau umfasst 14 Organisationen, unter anderem den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Nach eigenen Angaben haben sie zusammen mehr als 20 Millionen Mitglieder, weshalb die Initiative von "20 Millionen Stimmen fĂŒr einen gerechten Sozialstaat" spricht. FĂŒr Debatten hatten zuletzt etwa Forderungen aus der Union zu EinschrĂ€nkungen bei Teilzeit gesorgt. Nach der jĂŒngsten Renten- und der BĂŒrgergeld-Reform stehen umfassende Reformen von Sozialstaat und Alterssicherung in den kommenden Monaten bevor - so hatten es Union und SPD wiederholt angekĂŒndigt.

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