ROUNDUP, Erwachsene

Jeder dritte Erwachsene fĂŒhlt sich hĂ€ufig gestresst

26.11.2025 - 11:06:17 | dpa.de

Fast jeder dritte Erwachsene in Deutschland (31 Prozent) fĂŒhlt sich hĂ€ufig gestresst.

Nur acht Prozent empfinden eigenen Angaben zufolge gar keinen Stress, wie aus einer reprÀsentativen Befragung der Techniker Krankenkasse hervorgeht. Die Ergebnisse des sogenannten Stressreports werden am Mittwoch in Berlin vorgestellt. 35 Prozent gaben demnach an, manchmal gestresst zu sein, bei 26 Prozent ist das selten der Fall.

FĂŒr den Report hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse 1.407 Menschen in Deutschland ab 18 Jahren zu ihren Erfahrungen mit Stress befragt. Die Befragung fand im Mai 2025 statt.

Menschen empfinden das Leben heute stressiger als frĂŒher

Rund drei von fĂŒnf Erwachsenen in Deutschland empfinden das Leben heute stressiger als noch vor 15 oder 20 Jahren. Demnach teilen 57 Prozent der Befragten die Auffassung, dass die Belastung gestiegen ist. 40 Prozent gaben an, dass heute einfach mehr ĂŒber Stress gesprochen werde. Menschen zwischen 40 und 59 Jahren haben im Vergleich zu Menschen zwischen 18 und 39 Jahren öfter den Eindruck, dass sie mehr Stress haben als frĂŒher (63 Prozent gegenĂŒber 53).

Frauen haben einen höheren Stresslevel

Ein Vergleich mit Befragungen aus den vergangenen Jahren zeigt, dass der Stresslevel frĂŒher tatsĂ€chlich niedriger war. Beim Stressreport aus dem Jahr 2013 gaben 57 Prozent der Befragten an, manchmal oder hĂ€ufig gestresst zu sein. Im Jahr 2016 waren es schon 60 Prozent, 2021 waren es 64 Prozent, im aktuellen Report sind es zusammengerechnet 66 Prozent.

Bei Frauen ist der Stresslevel deutlich höher als bei MĂ€nnern: 71 Prozent fĂŒhlen sich hĂ€ufig oder manchmal gestresst, wie die aktuelle Befragung ergeben hat. Bei MĂ€nnern sind es 60 Prozent.

Chronischer Stress ist schlecht fĂŒr die Gesundheit

"Bis zu einem gewissen Grad gehört Stress zum Leben dazu", erklĂ€rt TK-Chef Jens Baas. "Chronischer Stress jedoch erhöht das Risiko fĂŒr bestimmte psychische und physische Krankheiten, wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Probleme, RĂŒckenschmerzen oder Depressionen."

Was löst den Stress aus? Am hĂ€ufigsten gaben die Befragten, die sich mindestens manchmal gestresst fĂŒhlen, hohe AnsprĂŒche an sich selbst als Ursache an (61 Prozent). Auf Platz zwei liegen Schule, Studium oder Beruf (58 Prozent), gefolgt von Stress durch politische und gesellschaftliche Probleme (53 Prozent). FĂŒr 43 Prozent der Befragten spielen zu viele Termine und Verpflichtungen in der Freizeit eine Rolle. Mehrfachantworten waren möglich.

Was hilft?

"Wir sind evolutionspsychologisch nicht dafĂŒr gemacht, uns den ganzen Tag mit den Krisen des gesamten Planeten auseinanderzusetzen", erklĂ€rt Psychologin Judith Mangelsdorf, Professorin fĂŒr Positive Psychologie an der Deutschen Hochschule fĂŒr Gesundheit und Sport in Berlin. Es sei daher wichtig zu lernen, gezielt zu steuern, wann und wie oft man sich ĂŒber die weltpolitische Lage informiere, um sich nicht zu ĂŒberfordern. "Zum Beispiel, indem wir uns digitale Detox-Zeiten nehmen und nicht im FĂŒnfminutentakt die Nachrichten checken."

Wichtig sei auch, Resilienz aufzubauen, also seelische Widerstandskraft. Das gehe zum Beispiel durch wohltuende soziale Kontakte oder Bewegung und Zeit in der Natur.

Spazieren, Freunde treffen, Musik hören

TatsĂ€chlich verbringt die ĂŒberwiegende Mehrheit der Befragten (83 Prozent) Zeit in der Natur oder geht spazieren, um Stress abzubauen. 78 Prozent gehen einem Hobby nach, genauso viele treffen sich mit Familie oder Freundinnen und Freunden, um sich zu entspannen. Auch Musik hören oder machen (73 Prozent) und Kochen, beziehungsweise Essengehen (67 Prozent) hilft vielen. MĂ€nner trinken im Vergleich zu Frauen hĂ€ufiger ein Bier oder Glas Wein, um runterzukommen (36 Prozent gegenĂŒber 22 Prozent). Frauen hingegen machen hĂ€ufiger Yoga oder autogenes Training (28 Prozent gegenĂŒber 11 Prozent).

FĂŒr Stressgeplagte hat Psychologin Mangelsdorf noch einen Tipp: FĂŒr das eigene Wohlbefinden ist es ihren Angaben nach wichtig, positive Momente oder Erfahrungen bewusst herzustellen. "Das kann ein gutes GesprĂ€ch mit einem netten Menschen, ein Kaffee in der Sonne und die Tatsache sein, dass ich heute mit dem Rad statt mit dem Auto zur Arbeit fahre, weil ich weiß, dass es mir guttut."

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