Fermi, Aktie

Fermi Aktie: 12,4-Prozent-Absturz auf 5,65 Euro

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 00:49 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Fermi Inc. leidet unter massivem Kursverfall nach der Platzierung von Wandelanleihen und dem Aufschub des REIT-Status.

Fermi Aktie: Kapitalerhöhung und REIT-Auslöser für Kurssturz
Abstrakte, düstere Industrielandschaft unter einem schweren Himmel, die einen starken Marktabschwung im Industriesektor darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Fermi Inc. steht vor einer entscheidenden Finanzierungshürde. Der Spezialist für KI-Infrastruktur sammelt frisches Kapital ein, doch die Bedingungen verschrecken die Anleger massiv. Parallel dazu verabschiedet sich das Management vorerst von einem zentralen Steuerversprechen.

Wandelanleihen drücken den Kurs

Fermi platziert vorrangige Wandelanleihen im Wert von 375 Millionen US-Dollar. Die Summe fiel damit höher aus als ursprünglich angedacht. Die Papiere laufen bis zum Jahr 2031 und verzinsen sich mit jährlich fünf Prozent.

An der Börse kam die Nachricht schlecht an. Das Papier rutschte am Freitag um 12,40 Prozent auf 5,65 Euro ab. Damit notiert der Titel bereits mehr als ein Viertel unter dem Stand vom Jahresbeginn.

Um eine Verwässerung der Anteile zu begrenzen, nutzt Fermi sogenannte Capped-Call-Transaktionen. Der Wandlungspreis liegt bei etwa 9,52 US-Dollar je Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von 30 Prozent auf den letzten Schlusskurs vor der Ankündigung.

Strategiewechsel beim REIT-Status

Das Unternehmen sorgt an einer weiteren Front für Verunsicherung. Die geplante Einstufung als Real Estate Investment Trust (REIT) liegt vorerst auf Eis. Das Management setzt die Wahl dieses Status für das laufende Steuerjahr auf unbestimmte Zeit aus.

Stattdessen visiert Fermi nun das Jahr 2026 für diesen Schritt an. Marktbeobachter werten diese Entscheidung als Maßnahme zur Liquiditätssicherung. Ein REIT-Status verpflichtet Unternehmen dazu, den Großteil ihrer Gewinne als Dividende an Aktionäre auszuschütten.

Hoher Cash-Burn beim Projekt Matador

Hinter der Suche nach Kapital steht das ambitionierte „Project Matador“ in Texas. Fermi will dort eine Infrastruktur für KI-Rechenzentren mit einer Leistung von 17 Gigawatt aufbauen. Bisher erzielt das Unternehmen jedoch keine nennenswerten Umsätze.

Die finanzielle Belastung bleibt hoch. Ohne feste Mietverträge und bei einer gleichzeitig hohen Burn-Rate der Barmittel wächst die Skepsis am Markt. Ferner lasten frühere Unruhen in der Führungsebene rund um den ehemaligen CEO Toby Neugebauer weiterhin auf dem Vertrauen der Investoren.

Die aktuelle Finanzierung soll am 14. Juli 2026 abgeschlossen sein. Bis dahin dürften die Volatilität und der Druck auf den Aktienkurs hoch bleiben. Für den Bau der gewaltigen Anlagen in Texas sind weitere Kapitalzuflüsse zwingend erforderlich.

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