Ferrari Aktie: E-Ziele 2030 halbiert auf 20 Prozent
25.05.2026 - 20:03:43 | boerse-global.deDer erste vollelektrische Ferrari ist da. Am 25. Mai 2026 prĂ€sentierte die Luxusschmiede in Rom den "Luce" â einen viertĂŒrigen GT mit ĂŒber 986 PS, der in 2,5 Sekunden auf 100 km/h sprintet. Entwickelt wurde das Design gemeinsam mit Jony Ives Agentur LoveFrom. Der Preis: ĂŒber 500.000 Euro, SchĂ€tzungen gehen von 550.000 Euro aus.
Doch der Schritt in die Elektro-Zukunft fÀllt vorsichtiger aus als bislang geplant.
Weniger Strom, mehr Verbrenner
Ferrari korrigierte seine langfristige Elektrifizierungsstrategie nach unten. Statt wie ursprĂŒnglich anvisiert 40 Prozent des Absatzes sollen 2030 nur noch 20 Prozent auf vollelektrische Modelle entfallen. Die neue Ziel-Mischung: 40 Prozent reine Verbrenner, 40 Prozent Hybride, 20 Prozent batterieelektrische Fahrzeuge. Das zweite geplante E-Auto wird zudem erst 2028 erwartet.
CEO Benedetto Vigna investierte zwar in eine neue "e-building"-ProduktionsstÀtte. Doch der Konzern folgt damit einem Trend im Luxussegment: Selbst hochpreisige Hersteller bremsen ihre E-Offensive. Ein anderer nobler Wettbewerber gab seine EV-PlÀne sogar ganz auf.
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Der Luce selbst setzt dafĂŒr umso deutlichere Akzente. Vier hauseigene E-Motoren liefern ĂŒber 986 PS, die 122 kWh-Batterie soll eine Reichweite von 530 Kilometern ermöglichen â geladen wird mit bis zu 350 kW. Auslieferungen starten im Oktober 2026. Auch klanglich will Ferrari MarkenidentitĂ€t wahren: Ein spezielles Soundsystem fĂŒr den Stromer wurde entwickelt.
Starke Finanzen, laufender RĂŒckkauf
Das GeschĂ€ft lief zuletzt solide. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz auf 1,848 Milliarden Euro, ein Plus von 3 Prozent. Der Nettogewinn lag bei 413 Millionen Euro. FĂŒr das Gesamtjahr peilt Ferrari rund 7,5 Milliarden Euro Umsatz bei einem bereinigten operativen Ergebnis von ĂŒber 2,22 Milliarden Euro an.
Parallel dazu kauft der Konzern massiv eigene Aktien zurĂŒck. Seit Jahresbeginn wurden ĂŒber 1,2 Millionen Aktien fĂŒr rund 357 Millionen Euro eingesammelt. Das gesamte RĂŒckkaufprogramm ĂŒber 3,5 Milliarden Euro lĂ€uft bis 2030. Aktuell hĂ€lt Ferrari rund 17,75 Millionen eigene Aktien â etwa 9,15 Prozent des Grundkapitals.
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Die Börse quittierte die Nachrichten mit verhaltenem Optimismus. Die Ferrari-Aktie notierte am Montag bei 309,65 Euro, ein Plus von 3,4 Prozent. Auf Jahressicht steht jedoch ein Minus von knapp 27 Prozent â der Abstand zum 52-Wochen-Hoch bei 440,50 Euro betrĂ€gt rund 30 Prozent. Der RSI von 54,9 deutet auf eine neutrale Verfassung hin.
Ferrari balanciert zwischen Tradition und Transformation. Der Luce ist ein klares Signal â die vorsichtigeren Ziele fĂŒr 2030 zeigen aber, dass der Verbrenner vorerst das RĂŒckgrat bleibt. Ab Oktober zeigt sich, ob die Kundschaft den Luxus-Stromer annimmt.
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