Ferrexpo, Aktie

Ferrexpo Aktie: 100 Millionen Dollar für Rettung

25.06.2026 - 04:17:35 | boerse-global.de

Ferrexpo ringt ums Überleben: Aktienhandel ausgesetzt, Bilanz fehlt, 100 Mio. Dollar Eigenkapital dringend benötigt.

Ferrexpo-Aktie: Handelsstopp und 100-Millionen-Dollar-Kapitalbedarf
Ferrexpo - Eine Hand hält einen Stapel 100-Dollar-Scheine, im Hintergrund angedeutete Finanzdaten oder Börsenkurse. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ferrexpo kämpft ums Überleben. Der ukrainische Eisenerzpellet-Produzent steckt tief in der Krise: Seit fast zwei Monaten sind die Aktien an der Londoner Börse vom Handel ausgesetzt. Heute läuft die Frist für Briefwähler ab, die an der bevorstehenden Hauptversammlung teilnehmen wollen.

Abgespeckte Hauptversammlung

Die Tagesordnung der 19. ordentlichen Hauptversammlung fällt ungewöhnlich schmal aus. Ferrexpo kann den Jahresabschluss 2025 nicht rechtzeitig vorlegen. Deshalb entfallen zentrale Punkte: die Billigung des Geschäftsberichts, die Wiederwahl der Wirtschaftsprüfer und der Vergütungsbericht für das Management.

Auf der Agenda stehen nur Routinethemen — die Wiederwahl von Direktoren und die Erneuerung der Ermächtigung für Aktienrückkäufe. Für alle übrigen Beschlüsse plant das Unternehmen eine separate Versammlung, sobald der geprüfte Abschluss vorliegt.

Handelsaussetzung und Kapitalnot

Die britische Finanzaufsicht FCA setzte Ferrexpos Aktien im Mai 2026 vom Handel aus. Auslöser war die fehlende Bilanz. Die Aussetzung bleibt so lange in Kraft, bis das Unternehmen seine Finanzierung klärt und den Jahresabschluss liefert.

Der Kapitalbedarf ist akut. Das Management will mindestens 100 Millionen Dollar frisches Eigenkapital einsammeln. Ohne dieses Geld ist der Betrieb für die nächsten 18 Monate nicht gesichert. Erschwerend kommt hinzu: Ukrainische Behörden halten rund 80 Millionen Dollar an Mehrwertsteuererstattungen zurück.

Die Liquiditätslage ist angespannt. Ende März 2026 verfügte Ferrexpo über frei verfügbare Barmittel von rund 22 Millionen Dollar. Kurz zuvor hatte die Schweizer Finanzaufsicht die frühere Hausbank MBaer Merchant Bank liquidiert — ein weiterer Rückschlag für das Unternehmen.

Produktion eingebrochen, Verkäufe nötig

Die operative Lage ist kaum besser. Im ersten Quartal 2026 brach die kommerzielle Produktion um 72 Prozent auf knapp 593.000 Tonnen ein. Schuld waren anhaltende Schäden an der Energieinfrastruktur. Eine Pelletlinie konnte im Februar wieder anlaufen, aber das reichte bei weitem nicht.

Ferrexpo hat die Arbeitszeiten der Belegschaft gekürzt und alle nicht zwingend notwendigen Investitionen gestoppt. Im April verkaufte das Unternehmen das Transportschiff „Iron Destiny" für 7,7 Millionen Dollar — ein Notverkauf, um kurzfristig Liquidität zu schaffen.

Ob die geplante Kapitalerhöhung von 100 Millionen Dollar gelingt, entscheidet über die Rückkehr an die Börse und letztlich über die Zukunft des Unternehmens. Scheitert die Finanzierungsrunde, droht Ferrexpo der Verlust der Börsenzulassung in London.

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