Ferrexpo, Aktie

Ferrexpo Aktie: 72 Prozent Produktionseinbruch im Q1

23.06.2026 - 11:14:44 | boerse-global.de

Ferrexpo kämpft mit massiven Produktionseinbrüchen und einem Handelsstopp, während die Nachfrage nach umweltfreundlichen Pellets steigt.

Ferrexpo Aktie: Zwischen DR-Pellets-Hoffnung und Produktionskrise
Ferrexpo - Dramatisches Bild eines verlassenen Eisenerzbergwerk-Eingangs oder einer rostigen Industrielandschaft, die einen Produktionseinbruch symbolisiert. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Auf dem Papier sieht die Zukunft für Ferrexpo glänzend aus. Die Stahlindustrie hungert nach umweltfreundlicheren Pellets. In der Realität kämpft der Konzern jedoch mit massiven Produktionsausfällen und einer gesperrten Aktie.

Wachsender Hunger nach Spezial-Pellets

Bis zum Jahr 2034 droht dem Weltmarkt eine gewaltige Lücke. Rund 16 Millionen Tonnen an speziellen Eisenerzpellets für die Direktreduktion könnten fehlen. Genau hier will Ferrexpo ansetzen.

Bisher produziert das Unternehmen nur kleine Mengen dieser DR-Pellets. Mit neuen Investitionen in die Anlagen ließe sich der Ausstoß massiv steigern. Die Kapazität könnte auf drei bis fünf Millionen Tonnen pro Jahr klettern. Das Ziel: europäische Stahlkocher beliefern. Diese stellen ihre Produktion zunehmend auf klimaschonendere Verfahren um.

Notbetrieb statt Wachstum

Der operative Alltag sieht indes düster aus. Im ersten Quartal brach die Eisenerzproduktion um 72 Prozent ein. Massive Störungen der lokalen Energieinfrastruktur lähmten den Betrieb. Aktuell läuft nur eine von vier Pelletieranlagen. Dieser Notbetrieb gilt bereits seit Ende Februar.

Um die Kasse zu schonen, verkauft das Management Vermögenswerte. Das Transportschiff "Iron Destiny" brachte kürzlich knapp acht Millionen US-Dollar ein. Parallel dazu wartet der Konzern auf dringend benötigte Steuerrückerstattungen. Ende März beliefen sich die ausstehenden Mehrwertsteuerzahlungen auf rund 90 Millionen Dollar. Das Management sucht nun nach weiteren Finanzierungsquellen.

Warten auf die Rückkehr

An der Londoner Börse herrscht derweil Stillstand. Seit Mai ist der Handel mit Ferrexpo-Aktien ausgesetzt. Der Grund ist simpel. Der geprüfte Jahresabschluss für das vergangene Jahr fehlt noch immer.

Ende Juni steht nun die ordentliche Hauptversammlung an. Auf der Agenda stehen Routinethemen wie die Wiederwahl von Direktoren. Auch die Ermächtigung zum Aktienrückkauf soll verlängert werden. Der Vorstand will das Treffen nutzen, um die offenen Governance-Fragen zu klären. Erst wenn der verspätete Geschäftsbericht vorliegt, kann die Aktie an die Börse zurückkehren.

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