Ferrexpo Aktie: Comeback nach Absturz?
Veröffentlicht am: 19.04.2026 um 03:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Fast 38 Prozent Kursanstieg vom Tiefpunkt â und das mitten in einem Krieg. Die Ferrexpo-Aktie sendet technische Erholungssignale, wĂ€hrend geopolitische Hoffnungen den RĂŒckenwind verstĂ€rken. Ob daraus ein nachhaltiger Aufschwung wird, hĂ€ngt an mehreren Faktoren gleichzeitig.
Technische Wende mit Fragezeichen
Anfang April identifizierten Analysten ein sogenanntes âPivot Bottom"-Signal im Kursverlauf. Seitdem hat die Aktie rund 38 Prozent zugelegt und zuletzt bei 43,48 Pence geschlossen. Steigende Handelsvolumina begleiten den Anstieg â ein Muster, das Techniker hĂ€ufig als Zeichen institutioneller KĂ€ufe werten.
Die Erholung hat allerdings ihre Grenzen. Kurzfristige Durchschnittslinien zeigen nach oben, die langfristigen Trendlinien spiegeln noch immer den Druck des vergangenen GeschĂ€ftsjahres wider. TagesausschlĂ€ge von mehr als sechs Prozent waren im April keine Seltenheit â die VolatilitĂ€t bleibt hoch.
Einbruch 2025 als Ausgangspunkt
Hinter der Erholung steckt ein schwieriges Basisjahr. Die gesamte kommerzielle Eisenerzproduktion sank 2025 um 9,4 Prozent auf 6,1 Millionen Tonnen. Besonders hart traf es das PelletierungsgeschĂ€ft: Der Output brach um 47 Prozent auf 3,2 Millionen Tonnen ein â nach 6,1 Millionen Tonnen im Jahr 2024.
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Drohnen- und Raketenangriffe auf Energie- und Transportinfrastruktur zwangen das Unternehmen im Schlussquartal 2025 hĂ€ufig dazu, nur zwei der vier Pelletierungslinien zu betreiben. Produktion und Logistik liefen im Wechselbetrieb, je nach StromverfĂŒgbarkeit.
Waffenstillstandshoffnungen als Kurstreiber
Die Marktstimmung der vergangenen 48 Stunden wurde von Berichten ĂŒber mögliche Deeskalation in regionalen Konflikten angetrieben. Globale MĂ€rkte reagierten am Freitag positiv auf Waffenstillstandshoffnungen â fĂŒr Ferrexpo wĂ€re das konkret spĂŒrbar: Sinkende VersicherungsprĂ€mien und niedrigere Frachtkosten wĂŒrden die Marineexporte deutlich entlasten.
Aktuell lĂ€uft ein GroĂteil der Ausfuhren ĂŒber Schienenwege. Die Schwarzmeer-Sicherheitslage bleibt der entscheidende Engpass fĂŒr eine RĂŒckkehr zu Vorkriegsproduktionsniveaus.
Rechtsrisiko und solide Kasse
Parallel lĂ€uft ein juristisches Verfahren in der Ukraine. Gegen die Tochtergesellschaft Ferrexpo Poltava Mining liegt ein umstrittener Insolvenzantrag in Höhe von rund 112,5 Millionen Dollar vor. Das Unternehmen bestreitet die Forderung und hat den Betrag vollstĂ€ndig zurĂŒckgestellt.
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Finanziell steht Ferrexpo vergleichsweise stabil da. Zu Jahresbeginn wies die Gruppe eine Nettocashposition von rund 99 Millionen Dollar bei praktisch keinen Schulden aus. Dieser Puffer gibt dem Management Spielraum, Betriebsunterbrechungen zu ĂŒberbrĂŒcken, ohne sofort auf externe Finanzierung angewiesen zu sein.
Widerstand bei 44,80 Pence
In den kommenden Handelssitzungen rĂŒckt der Widerstandsbereich um 44,80 Pence in den Blickpunkt. HĂ€lt die StabilitĂ€t im ukrainischen Stromnetz an, könnte eine schrittweise Produktionssteigerung die fundamentale Seite stĂŒtzen. Konkrete Fortschritte bei Seekorridoren oder eine Einigung im Rechtsstreit um FPM wĂŒrden das Bild zusĂ€tzlich aufhellen â und könnten den nĂ€chsten Kursschritt auslösen.
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