Ferrexpo, Aktie

Ferrexpo Aktie: Kyiv-Ermittlung gegen Zhevago am 28. April

06.05.2026 - 05:29:27 | boerse-global.de

Der Eisenerzproduzent Ferrexpo steht vor einer existentiellen Finanzierungslücke. Eine Kapitalerhöhung von 100 Millionen Dollar soll die drohende Zahlungsunfähigkeit abwenden.

Ferrexpo Aktie: Kyiv-Ermittlung gegen Zhevago am 28. April - Foto: über boerse-global.de
Ferrexpo Aktie: Kyiv-Ermittlung gegen Zhevago am 28. April - Foto: über boerse-global.de

Ferrexpo kämpft an mehreren Fronten gleichzeitig. Ein neues Ermittlungsverfahren gegen Großaktionär Kostyantin Zhevago in Kiew verschärft eine Lage, die ohnehin kaum noch Spielraum lässt.

Neue Ermittlungen, alte Vorwürfe

Am 28. April genehmigte das Pechersk-Gericht in Kiew einen Ermittlungsantrag der Generalstaatsanwaltschaft. Zhevago steht im Verdacht, zwischen 2007 und 2015 rund 113 Millionen Dollar über seine inzwischen insolvente Finance & Credit Bank veruntreut zu haben. Frankreich hatte ihn Ende 2022 festgenommen — er war 2019 aus der Ukraine geflohen. Zwei Auslieferungsanträge der Ukraine scheiterten, weil Paris Zweifel an einem fairen Verfahren in der Heimat hegte.

Für Ferrexpo ist das mehr als ein Reputationsproblem. Die Verbindung zu Zhevago macht das Unternehmen für Banken und Kreditgeber faktisch unfinanzierbar. Geldwäschevorschriften und KYC-Pflichten schließen eine konventionelle Fremdfinanzierung aus — solange sich an der Eigentümerstruktur nichts ändert.

Eingefrorene Vermögen, blockierte Steuererstattungen

Die ukrainischen Behörden haben Anteile an der Ferrexpo AG und den ukrainischen Tochtergesellschaften eingefroren. Das verhindert, dass das Unternehmen externe Kredite mit Sicherheiten unterlegen kann.

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Die Folge: Auch Steuererstattungen fließen nicht mehr. Zum 31. März 2026 standen ausstehende Mehrwertsteuererstattungen von 90,3 Millionen Dollar in der Bilanz. Davon verweigerten die ukrainischen Steuerbehörden Rückzahlungen von 69,4 Millionen Dollar — mit Verweis auf die Sanktionen gegen Zhevago. Ferrexpo musste daraufhin Personal abbauen und die Produktion drosseln.

Kapitalerhöhung als einziger Ausweg

Schulden aufnehmen geht nicht. Bleibt die Eigenkapitalseite. Der Vorstand sieht eine Kapitalerhöhung von mindestens 100 Millionen Dollar als einzige realistische Option, um die laufenden Verpflichtungen in den nächsten 18 Monaten zu erfüllen.

Institutionelle Investoren haben unverbindliches Interesse über 100 Millionen Dollar signalisiert — allerdings mit Bedingungen, die sich im erforderlichen Zeitrahmen nicht erfüllen lassen. Hauptaktionär Fevamotinico, der 49,3 Prozent der Anteile hält, unterstützt die Maßnahme grundsätzlich. Die Beteiligung knüpft er jedoch daran, dass er anteilig mitmachen kann und das Volumen 100 Millionen Dollar nicht übersteigt.

Kasse reicht bis August

Die Zeit läuft ab. Mitte April 2026 verfügte Ferrexpo über netto rund 17 Millionen Dollar an frei zugänglichen Mitteln — Guthaben bei der MBaer Merchant Bank ausgenommen, der im Februar 2026 die Banklizenz entzogen wurde.

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Ohne erfolgreiche Kapitalerhöhung reicht die Liquidität voraussichtlich nur bis Ende August 2026. Die Londoner Börsennotierung bleibt so lange ausgesetzt, bis Ferrexpo seinen Jahresabschluss für 2025 veröffentlicht und eine Finanzierungslösung umsetzt.

Die Produktionszahlen zeigen, wie tief der Einschnitt bereits ist. Im ersten Quartal 2026 brach die Eisenerzproduktion um 72 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf rund 593.000 Tonnen ein — russische Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur hatten den Betrieb weitgehend lahmgelegt. Eine Pelletlinie nahm Ende Februar wieder den Betrieb auf, die Kapazität bleibt aber stark eingeschränkt. Für eine Rekapitalisierung unter diesen Bedingungen braucht es mehr als Investoreninteresse — es braucht Einigkeit über Preis, Struktur und Timing, und davon ist Ferrexpo derzeit weit entfernt.

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